Dieses Covid-Urteil kann alles verändern: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung

Frankfurt am Main - Bei einer vom Kunden wegen der Corona-Gefahr stornierten Reise muss der Veranstalter unter Umständen auch ohne vorliegende Reisewarnung den Preis voll erstatten. 

Der Kläger stornierte eine für Mitte April geplante Reise (Symbolfoto).
Der Kläger stornierte eine für Mitte April geplante Reise (Symbolfoto).  © Frank Rumpenhorst/dpa

Das hat das Amtsgericht Frankfurt in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden. 

Der Kläger hatte am 7. März dieses Jahres von sich aus eine für Mitte April geplante Reise in den Golf von Neapel storniert. 

Der Veranstalter hatte auf einem Teil des Reisepreises als Stornierungsgebühr bestanden, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorgelegen habe.

Das Gericht stellte aber geringere Ansprüche an einen Rücktritt vom Reisevertrag aus unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen, bei denen der Veranstalter voll erstatten muss. 

Grundsätzlich seien hier keine allzu strengen Anforderungen zu stellen, führte das Gericht aus. 

Reisewarnungen für das Reisegebiet seien nicht zwingend erforderlich und es genüge bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Virus.

Dies sei zum Zeitpunkt der Reisestornierung bereits für ganz Italien der Fall gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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