Ex-Freundin (22) mit Kopfschuss auf Reiterhof getötet: Lkw-Fahrer (56) vor Gericht

Frankfurt am Main - Wegen Mordes an seiner ehemaligen Lebensgefährtin steht ein 56-jähriger Lastwagen-Fahrer vom Dienstag an vor dem Landgericht Frankfurt. 

Die Tat ereignete sich auf einem Reiterhof in Hofheim-Langenhain.
Die Tat ereignete sich auf einem Reiterhof in Hofheim-Langenhain.  © Wiesbaden112/Andreas Labonté

Der Anklage zufolge lockte der Deutsche die 22-Jährige im vergangenen August in der Nähe eines Reiterhofs in Hofheim-Langenhain (Main-Taunus-Kreis) in einen Hinterhalt (TAG24 berichtete).

Anschließend soll er die junge Frau mit einer Pistole getötet haben, die mit Schalldämpfer und Zielfernrohr ausgestattet war. Die Frau starb noch am Tatort.

Die Schwurgerichtskammer steht vor einer ausgedehnten Beweisaufnahme mit zunächst zehn Verhandlungstagen bis Ende Juli.

Update, 12.45 Uhr: Angeklagter schweigt am ersten Prozesstag

Am ersten Verhandlungstag erklärte der Angeklagte, sich zunächst weder zu seiner Person noch zu den Vorwürfen äußern zu wollen. (AZ 3590 Js 236977/19)

Am Tag nach der Tat stellte sich der Wiesbadener der Polizei und sitzt seither in Untersuchungshaft. Im Verlauf der Ermittlungen hatte er mehrfach bestritten, der Täter gewesen zu sein. Den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zufolge aber war eine "übersteigerte Eifersucht" des Mannes das Hauptmotiv, die Frau zu töten. Rund vier Wochen vor der Tat hatte sie sich von dem 34 Jahre älteren Mann laut Anklage endgültig getrennt. Zuvor schon kam es offenbar wiederholt zu Zerwürfnissen, die aber immer wieder durch die Rückkehr der Frau beigelegt werden konnten.

Nach der abermaligen Trennung aber sei der 56-Jährige "besessen von dem Gedanken gewesen, dass sie kein anderer haben darf", so die Anklage. Schon mehrere Wochen vor der Tat habe er ihr nachgestellt, weil sie seiner Ansicht nach "ein Recht auf Weiterleben verwirkt hatte". Weil er für die halbautomatische Waffe mit Schalldämpfer und Zielfernrohr keine Erlaubnis besaß, geht die Anklage auch von waffenrechtlichen Verstößen aus.

Die Schwurgerichtskammer steht vor einer ausgedehnten Beweisaufnahme mit zehn Verhandlungstagen bis Ende Juli. An der Verhandlung nehmen auch mehrere Verwandte des Opfers als Nebenkläger teil.

Titelfoto: Wiesbaden112/Andreas Labonté

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