Trotz Verbot: "Querdenken"-Demonstranten protestieren in Frankfurt

Frankfurt am Main - Die für den heutigen Samstag in der Mainmetropole angekündigte große Demonstration der "Querdenken"-Bewegung wurde offiziell verboten (TAG24 berichtete). Werden dennoch Corona-Leugner und Kritiker der Corona-Maßnahmen dennoch in Frankfurt protestieren?

Einsatzwagen der Polizei stehen am Samstagmorgen neben dem Hauptbahnhof Frankfurt.
Einsatzwagen der Polizei stehen am Samstagmorgen neben dem Hauptbahnhof Frankfurt.  © TAG24

Die Polizei ist offenbar auf größere Einsätze in der Stadt vorbereitet.

Neben dem Frankfurter Hauptbahnhof reihten sich am Samstagmorgen Einsatzwagen mit Bereitschaftspolizisten auf.

Tatsächlich muss wohl davon ausgegangen werden, dass einzelne "Querdenker" oder Gruppen von ihnen in der Stadt Präsenz zeigen werden.

In dem Telegram-Chat "Querdenken 96 Frankfurt" wurde jedenfalls dazu aufgerufen, wobei beschönigend davon die Rede war, nur einen "Advents- & Weihnachts-Shoppingtag" in der Stadt zu verbringen.

Gleichzeitig wurde empfohlen, dazu Kissen, Bodenplanen sowie Trommeln oder Trillerpfeifen mitzunehmen.

Laut dem Ordnungsamt Frankfurt wurden zudem 17 Gegendemonstrationen von Gegnern der "Querdenken"-Bewegung in der Stadt angemeldet.

"Querdenker" lehnen Maßnahmen zu Corona-Bekämpfung ab

Die "Querdenker" lehnen die Maßnahmen der Landesregierungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie ab. In der Vergangenheit traten bei Demonstrationen der Corona-Kritiker und -Leugner auch Anhänger von Verschwörungstheorien und Rechtsradikale auf.

Bei einer Demonstration in Berlin stürmten Anhänger die Treppen des Reichstags (TAG24 berichtete).

In Baden-Württemberg, dem Stammland der Bewegung, wird "Querdenken" bereits vom Verfassungsschutz beobachtet (TAG24 berichtete).

Update, 10.30 Uhr: Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen

Wie die Polizei in Frankfurt mitteilte, kann es aufgrund der Gegendemonstrationen zu Verkehrsbehinderungen und kurzfristigen Straßensperrungen kommen. Auch der öffentliche Personennahverkehr könne davon betroffen sein.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldete unterdessen, dass der Hessische Verwaltungsgerichtshof das Verbot der "Querdenken"-Demonstration in Frankfurt bestätigt hat.

Auch am Mainufer in der Frankfurter Innenstadt ist die Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften präsent.
Auch am Mainufer in der Frankfurter Innenstadt ist die Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften präsent.  © News5

Update, 12.20 Uhr: Polizei löst zwei "Querdenker"-Demos auf

Wie die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, haben sich trotz des Verbots der "Querdenken"-Demonstration Anhänger der Bewegung in Frankfurt zum Protest zusammengefunden.

Demnach wurden Menschenansammlungen auf dem Friedberg Platz und auf dem Merianplatz "als Ersatzversammlung bewertet und aufgelöst", wie es wörtlich heißt.

Die dort versammelten Personen hätten allesamt Platzverweise erhalten.

Update, 13.50 Uhr: Offenbar "Querdenker"-Versammlungen an zahlreichen Orten in Frankfurt

Offenbar kommt es am mehreren Orten in Frankfurt zu Versammlungen von Anhängern der "Querdenken"-Bewegung. Die Frankfurter Polizei schrieb auf Twitter: "An zahlreichen Örtlichkeiten in der Stadt stellen wir Personen und Kleingruppen fest, die sich nicht oder unzureichend an die geltenden Hygienevorschriften halten."

Die "Querdenker" sind bekannt dafür, die Corona-Regeln und die daraus resultierenden Hygienevorschriften abzulehnen.

Auf der Frankfurter Zeil waren zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei zugange.
Auf der Frankfurter Zeil waren zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei zugange.  © NEWS5/Höfig

Update, 14.26 Uhr: Laut Polizei sieht aktuell "alles ruhig und friedlich aus"

"Derzeit sieht alles ruhig und friedlich aus", sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber der dpa zur aktuellen Situation in Frankfurt.

Demnach ist kürzlich ein Zug mit rund 450 Gegendemonstranten an der Bockenheimer Warte gestartet.

Update, 15.05 Uhr: Bundesverfassungsgericht lehnt Eilantrag von "Querdenkern" in Frankfurt ab

Nach einer Meldung der dpa hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe den Eilantrag der "Querdenken"-Bewegung für eine Demonstration in Frankfurt abgelehnt.

Die habe ein Sprecher des Gerichts mitgeteilt.

Titelfoto: NEWS5/Höfig

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