Tritte gegen den Kopf: Brutalo-Buben befördern Polizist ins Krankenhaus

Frankfurt am Main - Diese enorme Gewaltbereitschaft macht betroffen! Ein Streit in einem Supermarkt führte zu einem Polizeieinsatz - und endete für einen Ordnungshüter sogar im Krankenhaus.

Die beiden Beamten werden nach dem tätlichen Angriff für mehrere Tage nicht dienstfähig sein. (Symbolfoto)
Die beiden Beamten werden nach dem tätlichen Angriff für mehrere Tage nicht dienstfähig sein. (Symbolfoto)  © 123RF/majestix77

Tatort Frankfurt am Main: Bereits am Dienstagabend kam es im dortigen Stadtteil Nied zu einer zunächst lediglich verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Leiter eines Supermarktes in der Dürkheimer Straße und einer Gruppe Jugendlicher.

Als der 51-jährige Marktleiter gegen 19.50 Uhr dann mit Pfefferspray attackiert wurde, alarmierten Augenzeugen des Geschehens die Polizei, die umgehend eine Streife des 16. Reviers aussendete. Doch mit dem Eintreffen der beiden Beamten kam es alles andere als zu einer Entspannung der Situation.

Nicht nur, dass sich die Jugendlichen nicht an die Anweisungen der Hüter von Recht und Ordnung hielten, zudem weigerten sie sich vehement, ihre Personalien abzugeben. Ein 19-Jähriger trieb es dabei ganz besonders auf die Spitze. Als einer der beiden Polizisten ihn zum Streifenwagen abführen wollte, schlug er dessen Hände beiseite, was zu einer Rangelei führte, in deren Folge beide zu Boden stürzten.

Beim Versuch dem renitenten Heranwachsenden die Handfesseln anzulegen, wurde es dann richtig brutal. Völlig unvermittelt gingen einer oder mehrere Personen auf den am Boden knienden Polizisten los. Neben Schlägen von hinten und von der Seite wurde ihm zu allem Überfluss noch gegen den Kopf getreten.

Angesichts der Geschehnisse eilten Passanten zu Hilfe, bewahrten den Ordnungshüter somit vor weiteren Angriffen, während sein Kollege einen weiteren Jugendlichen abführte.

Polizeipräsident äußert sich "bestürzt über den Angriff" und lobt Zivilcourage

Frankfurts Polizeipräsident Stefan Müller (60) zeigte sich bestürzt ob des brutalen Angriffs auf seine Kollegen.
Frankfurts Polizeipräsident Stefan Müller (60) zeigte sich bestürzt ob des brutalen Angriffs auf seine Kollegen.  © DPA/Arne Dedert

Mithilfe von Reizgas, das er gegen einen der Gesetzeshüter einsetzte, verhalf ein weiterer, bis dahin Unbeteiligter, dem 19-Jährigen endgültig zur Flucht. Seine Handfesseln wurde kurze Zeit später in einem Gebüsch entdeckt.

Nach der Attacke der Brutalo-Buben landete der am Kopf getroffene Polizist sogar mit dem Verdacht auf ernsthafte Kopfverletzungen kurzzeitig im Krankenhaus, aus dem er jedoch binnen kürzester Zeit entlassen werden konnte.

Aufnahmen einer Body-Cam halfen im Anschluss dabei, einen weiteren Tatverdächtigen zu ermitteln, bei dem es sich um den Bruder (18) des Geflüchteten handelte. Eine von der Bereitsstaatsanwaltschaft angeordnete Wohnungsdurchsuchung führte schließlich zur Festnahme der beiden polizeibekannten Brüder, die jedoch wenig später aus einem Mangel an Haftgründen auf freien Fuß kamen.

Die weiteren Ermittlungen zu dem Gewalt-Exzess laufen. Währenddessen seien die beiden attackierten Beamten laut Frankfurts Polizeipräsident Stefan Müller (60) den Umständen entsprechend wohlauf, würden allerdings "noch einige Tage ausfallen". In seinem Statement zeigte sich das Polizeioberhaupt der Mainmetropole schockiert und "bestürzt über den Angriff auf zwei unserer Schutzleute".

Umso mehr freute es Müller, "dass Passanten ein hohes Maß an Zivilcourage bewiesen, indem sie zur Hilfe eilten und somit mögliche weitere Attacken unterbanden".

Im Zuge dessen dankte er den geistesgegenwärtigen Helfern für ihren Einsatz.

Titelfoto: 123RF/majestix77

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