Weil Zweijähriger keine Maske trug: Familie aus Lufthansa-Flugzeug geworfen

Frankfurt am Main - Im Laufe der nun schon bald zwei Jahre andauernden Coronavirus-Pandemie möchte man meinen, dass man nahezu jede kuriose Geschichte gehört oder gelesen hat. Doch was sich im Vorfeld eines Lufthansa-Fluges vom Flughafen in Frankfurt am Main abspielte, schlägt dem sprichwörtlichen Fass wohl endgültig den Boden aus.

Familie Pandurevic aus Dallas machte in einem Lufthansa-Flieger, der von Frankfurt am Main aus startete, ein unschönes Erlebnis. (Symbolfoto)
Familie Pandurevic aus Dallas machte in einem Lufthansa-Flieger, der von Frankfurt am Main aus startete, ein unschönes Erlebnis. (Symbolfoto)  © 123rf/tupungato

Doch von vorn: Wie die Bild-Zeitung berichtet, wollte die dreiköpfige Familie Pandurevic am 15. September lediglich vom Airport der Mainmetropole zurück in die Heimat ins US-amerikanische Dallas fliegen. Doch daraus wurde schließlich nichts, weil ihr zwei Jahre alter Sohn keinen Mundschutz tragen wollte.

Was zunächst nach einem makabren Scherz klang, wurde jedoch schnell zum bitteren Ernst, der mit einem Verweis aus dem Flieger endete.

Zuvor hatten Aleksandar und Slavica Pandurevic vergeblich versucht, ihrem Yakob das Aufsetzen der Maske - zumindest für die Dauer des Fluges - schmackhaft zu machen - ohne Erfolg.

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Letztlich geleitete ein uniformierter Mann die kleine Familie aus dem Flugzeug. "Ich war schockiert, wie von einer Kugel getroffen", gestand Papa Aleksandar gegenüber der Bild. Doch was war der Grund für die merkwürdig anmutende Regelung?

In Deutschland müssen Kinder erst ab sechs Jahren einen Mundschutz tragen. Jedoch sehen die Maßgaben der US-amerikanischen Transportsicherheitsbehörde (TSA) tatsächlich vor, dass bereits Kleinkinder ab zwei Jahren für die Dauer eines Fluges einen Mundschutz tragen müssen.

Besonders kurios: Erst im Juli waren die Pandurevics für einen Urlaub nach Bosnien gereist. Damals musste der Sohnemann noch keine Maske im Flieger tragen.

Verordnung von US-amerikanischer Transportsicherheitsbehörde sieht Masken für Kleinkinder vor

Der zweijährige Yakob durfte letztlich partout nicht mit seinen Eltern im Flieger sitzen. (Symbolfoto)
Der zweijährige Yakob durfte letztlich partout nicht mit seinen Eltern im Flieger sitzen. (Symbolfoto)  © 123rf/photobac

Währenddessen widersprachen sich die Aussagen der Lufthansa-Verantwortlichen und der sitzengelassenen Familie. Während ein Sprecher und der betroffene Pilot bekräftigten, dass sich die Familie schlichtweg geweigert habe dem Sohn eine Maske aufzusetzen, widersprachen dem die Pandurevics. Sie mussten schließlich vier Stunden Wartezeit und einen neu gebuchten Flug in Kauf nehmen.

Am Ende benötigten sie für den Heimweg drei Flüge und 36 Stunden. Eine Maske mussten sie dabei kurioserweise jedoch nicht tragen.

Titelfoto: Montage: 123rf/photobac, 123rf/tupungato

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