"Die Lage ist katastrophal!": Wintereinbruch sorgt für Chaos in Hessen

Fulda/Kassel/Marburg - Steckengebliebene Lastwagen haben nach heftigen Schneefällen im Norden und Osten von Hessen mehrere Autobahnen blockiert. Mehrere Städte mussten den Busverkehr einstellen.

Besonders betroffen vom Wintereinbruch sind die A7 und die A4.
Besonders betroffen vom Wintereinbruch sind die A7 und die A4.  © dpa/dpa-Zentralbild/Robert Michael

"Die Lage ist katastrophal", sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda am frühen Montagmorgen.

In vielen Bereichen würden die Lastwagen und Autos seit sechs Stunden im Stau stehen, und es gehe nicht vorwärts oder rückwärts. Besonders betroffen seien die A7 und A4.

"Alles rund um das Kirchheimer Dreieck ist dicht", sagte der Sprecher. Lastwagenfahrer sollten die Autobahnen nicht mehr befahren. Es sei noch nicht abzusehen, wann die Fahrbahnen wieder frei seien.

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Im Norden Hessens standen Lastwagen quer. Auf der Autobahn 7 sei es zwischen Lutterberg und Homberg dicht, sagte ein Sprecher der Polizei Kassel. Die Räumfahrzeuge würden kaum durchkommen.

Außerdem haben wegen des heftigen Wintereinbruchs mehrere Städte in Hessen den Busverkehr komplett eingestellt - etwa Kassel und Marburg an der Lahn.

Grund sei der starke Schneefall sowie vereiste Straßen, teilten die Stadtwerke Marburg am Montag mit.

Auch die Busse und Straßenbahnen in Kassel bleiben laut Stadtwerken in den Depots. Bis wann die Einschränkungen andauern, war zunächst unklar.

Update, 8. Februar, 7.41 Uhr: Schüler in Fulda können Zuhause bleiben

Wegen Schnee und Glatteis müssen Schüler in Fulda am Montagmorgen nicht die Schule.

Es sei unterrichtsfrei, teilte ein Sprecher des Schulamtes am frühen Montagmorgen mit.

Allerdings werde auf Distanzunterricht umgestellt. Eine Betreuung in den Schulen sei aber sichergestellt.

Auch im Werra-Meißner-Kreis gebe es keinen Präsenzunterricht, teilte die Kommune auf ihrer Internetseite mit. Eine Notbetreuung sei ebenfalls sichergestellt.

Update, 8. Februar, 9.36 Uhr: Erneute Schneefälle und frostige Temperaturen in Hessen

Die Menschen in Hessen müssen sich weiter auf unwetterartige Schneefälle und Frost einstellen.

"Im Norden können mehr als zehn Zentimeter Neuschnee fallen", sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes am Montagmorgen. "Der Süden bekommt hingegen gar nicht so viel ab."

Bis zum Mittag komme es durch starke Böen zu Schneeverwehungen. Ab Mittag lassen die Schneefälle dann nach. Dafür wird es frostig mit Höchstwerten zwischen minus fünf bis null Grad. In Nordhessen können die Temperaturen sogar auf bis zu minus neun Grad sinken.

In der Nacht zu Dienstag wird es stark bewölkt mit abklingendem Schneefall. Die Temperaturen sinken weiter auf minus 9 bis minus 16 Grad.

"Es wird eiskalt", sagte die Meteorologin. "So etwas habe ich in den vergangen acht Jahren nicht gesehen."

Update, 8. Februar, 13.25 Uhr: Nah- und Fernverkehr von Verkehrsproblemen betroffen

Ein Mann in einem Räumfahrzeug türmt Schneemassen in Kassel auf einen Haufen.
Ein Mann in einem Räumfahrzeug türmt Schneemassen in Kassel auf einen Haufen.  © Uwe Zucchi/dpa

Schnee und Eis haben vor allem im Norden Hessens am Montag für Verkehrsprobleme gesorgt. Auch der Nah- und Fernverkehr waren betroffen.

So rief der Nordhessische Verkehrsverbund NVV Pendler dazu auf, sich vor ihrer Fahrt darüber zu informieren, ob Busse, Bahnen oder Regionalzüge überhaupt fahren. Wegen der Witterung und der Straßenverhältnisse sei mancherorts kein Betrieb möglich. Noch sei es nicht möglich, Angaben darüber zu machen, wann der Bus- und Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden könne.

So waren etwa die Regionalzüge von Halle, Erfurt und Fulda nach Kassel eingestellt, auch die Verbindungen nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren betroffen. Auf den Strecken zwischen Kassel und Frankfurt mussten sich Reisende auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. Busse konnten auf zahlreichen Strecken nicht fahren.

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"Aufgrund von extremem Unwetter kommt es in weiten Teilen des Landes zu Verspätungen und Zugausfällen", hieß es auch bei den Verkehrshinweisen der Deutschen Bahn.

Der Fernverkehr nördlich von Frankfurt, etwa in Richtung Leipzig, Dresden, Berlin, Hannover und Hamburg war zunächst eingestellt, in den Mittagsstunden sollte es wieder ein beschränktes Fahrtangebot geben.

Titelfoto: Uwe Zucchi/dpa

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