Baumärkte platzen aus allen Nähten: Mitarbeiterin schildert erschreckende Zustände

Frankfurt am Main - Wohl kaum ein Geschäftszweig profitiert in Deutschland so extrem von der Corona-Krise, wie die diversen Baumärkte. Teilweise reihen sich ellenlange Schlangen vor den Eingängen, da sich nur eine gewisse Anzahl an Kunden zur gleichen Zeit im Gebäude befinden darf. Doch läuft in den Heimwerker-Tempeln trotz des gewaltigen Andrangs wirklich alles so reibungslos und vorschriftsgemäß?

Vor nahezu allen deutschen Baumärkten sieht man das gleiche Bild: Ellenlange Schlangen vor den Eingängen, die kaum ein Ende nehmen.
Vor nahezu allen deutschen Baumärkten sieht man das gleiche Bild: Ellenlange Schlangen vor den Eingängen, die kaum ein Ende nehmen.  © dpa/Fabian Sommer

Wenn es nach einer Mitarbeiterin, die sich anonym der Bild-Zeitung anvertraute, nicht! Die Dame schildert ganz im Gegensatz dazu sogar teils erschreckende Szenerien, die sich innerhalb der Mauern ihres Arbeitgebers abspielen. Ihr Fazit: "Es läuft alles schief!"

Zum einen verurteilt sie ihren Marktleiter, der scheinbar geblendet vom schnödem Mammon lediglich darauf aus zu sein scheint, möglichst viele Menschen gleichzeitig in den Laden zu lassen. 

Dabei lasse er die geltenden Bestimmungen und Schutzmaßnahmen völlig außen vor.

Doch auch für die Kunden zeigt sie kaum noch Verständnis: "Die machen vierstündige Familienausflüge, kommen zu fünft oder viert in den Baumarkt, beschweren sich dann, wenn man ihnen klarmacht, dass sie zu zweit kommen sollen".

Auch dass noch immer schwangere Frauen freiwillig und fahrlässig in diese Ansammlung von Menschen stürmen, kann sie nicht nachvollziehen. Darüber hinaus erklärt sie, dass Einkaufswägen über Tage, teils sogar über Wochen hinweg, nicht desinfiziert würden und generell das dringend benötigte Desinfektionsmittel einfach fehlen würde.

Vor allem für die älteren Mitmenschen, die die Gefahrenlage scheinbar noch immer nicht zur Gänze erfasst hätten, sorgt sie sich. Die Senioren sähen die geöffneten Baumärkte oftmals als Anreiz und Einladung, um einfach mal bummeln zu gehen - selbst wenn sie nichts brauchen. 

Über einen Kamm schert sie sämtliche Märkte und Filialleiter jedoch nicht. Denn manche Häuser öffnen ihre Pforten lediglich für gewerbliche Kunden oder diejenigen mit Kundenkarte. 

Dies helfe zum einen den Handwerkern, die auf die schnelle Warenverfügbarkeit angewiesen seien und schütze auf lange Sicht alle plötzlichen Hobby-Bastler und "Zeit-Totschläger".

Titelfoto: dpa/Fabian Sommer

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