Frau ist ohne Corona-Maske am Flughafen unterwegs und muss für 100 Tage ins Gefängnis

Frankfurt am Main - Seit die Coronavirus-Pandemie die Welt in Atem hält, ist insbesondere das Tragen von Mund-Nase-Masken für sogenannte Querdenker und andere Gegner der rigiden Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung ein immer wieder vorgetragener Kritikpunkt. Eine 55 Jahre alte Maskengegnerin fiel am Mittwoch der Polizei am Flughafen Frankfurt auf – und sitzt seitdem im Gefängnis.

Eine Streife der Bundespolizei stieß am Mittwoch am Flughafen Frankfurt auf eine überzeugte Gegnerin der Corona-Masken. (Symbolbild)
Eine Streife der Bundespolizei stieß am Mittwoch am Flughafen Frankfurt auf eine überzeugte Gegnerin der Corona-Masken. (Symbolbild)  © Andreas Arnold/dpa

Die 55-Jährige fiel am Mittwoch einer Streife der Bundespolizei im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens auf, wo sie ohne die dort vorgeschriebene Corona-Maske unterwegs war.

Von den Beamten zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ermahnt, entpuppte sich die Frau als überzeugte Maskengegnerin: Sie weigerte sich strikt, eine Atemmaske anzulegen.

Bei der anschließenden Überprüfung der 55-Jährigen stellten die Bundespolizisten dann eine Reihe äußerst interessanter Details fest.

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So kam nicht nur heraus, dass die Frau bereits in der Vergangenheit mehrfach "wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz aufgefallen war", wie ein Sprecher erklärte. Die Polizei sah aus den hinterlegten Daten auch, dass gegen die 55-Jährige ein Vollstreckungshaftbefehl vorlag.

"Wegen Diebstahls wurde die Maskengegnerin im Juli 2021 zu einer Geldstrafe von insgesamt 800 Euro verurteilt", erklärte der Polizeisprecher und fügte schmunzelnd hinzu: "Da der Frau neben Einsicht und Maske auch die Barmittel fehlten, muss sie nun eine Ersatzfreiheitsstrafe von 100 Tagen absitzen."

Die überzeugte Gegnerin der Corona-Masken wurde nach dem Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Es sei jedoch noch einmal betont: Die Frau sitzt nicht im Gefängnis, weil sie keine Mund-Nase-Maske tragen wollte, sondern weil sie die gegen sie wegen Diebstahl verhängte Geldstrafe nicht begleichen konnte.

Polizei findet Marihuana bei überzeugter Maskengegnerin

Wahrscheinlich kommt bald noch eine weitere Strafe auf die 55-Jährige zu: Als sie am Flughafen in Frankfurt am Main durchsucht wurde, hätten Bundespolizistinnen bei ihr Marihuana gefunden, hieß es noch.

Daher werde nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen die Frau ermittelt.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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