Prozess in Frankfurt: Ließ IS-Iraker (37) Sklaven-Mädchen qualvoll verdursten?

Frankfurt am Main - Ein 37 Jahre alter Iraker muss sich vom heutigen Freitag (10 Uhr) an vor dem Oberlandesgericht (OLG) wegen des Todes eines fünfjährigen Mädchen verantworten.

Das Archivbild zeigt Polizisten vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt.
Das Archivbild zeigt Polizisten vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt.  © Boris Roessler/dpa

Die Bundesanwaltschaft legt dem mutmaßlichen Mitglied der Terrormiliz IS zudem Völkermord, die Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung und Menschenhandel zur Last.

Der Mann soll zwischen Juli und September 2015 eine Jesidin und ihre Tochter als Sklavinnen gehalten und misshandelt haben. Um das Mädchen zu bestrafen, soll er die Fünfjährige bei glühender Hitze an ein Fenstergitter im Hof des Anwesens im irakischen Falludscha gefesselt haben – das Kind verdurstete (TAG24 berichtete).

Gegen die aus Lohne in Niedersachsen stammende ehemalige Frau des Angeklagten läuft seit rund einem Jahr ein gesonderter Prozess vor dem Oberlandesgericht München. Sie soll tatenlos zugesehen haben, wie ihr Ehemann das Mädchen sterben ließ.

Die Ermittlungen waren ins Rollen gekommen, weil die Frau einem verdeckten Ermittler in einem verwanzten Auto von der Tat berichtet haben soll, als sie versuchte, erneut in den Irak auszureisen. In Bayern wurde sie dann jedoch festgenommen. Später wurde die Mutter des Mädchens ausfindig gemacht.

Es wird mit einem langen Verfahren gegen Taha Al J. vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt gerechnet. Schon jetzt sind 22 Verhandlungstage bis Ende August angesetzt. Er war im Mai 2019 in Griechenland festgenommen und im Oktober 2019 nach Deutschland ausgeliefert worden.

Angeklagter wurde am Flughafen Frankfurt festgenommen

Die Festnahme war am Flughafen Frankfurt, deshalb findet der Prozess nun auch dort statt. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Wegen der Covid-19 Pandemie wurden besondere Sicherheitsmaßnahmen für das Verfahren angeordnet: Zuschauer und Medienvertreter müssen im Sitzungssaal eine Mund-Nase-Maske tragen.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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