Krawall-Nacht in Frankfurt: Sperrstunde und Alkohol-Verbot als Konsequenz?

Frankfurt am Main - Nach Einschätzung von Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat sich in den vergangenen Wochen eine negative Stimmung gegenüber der Polizei entwickelt.

Das Foto zeigt eine zertrümmerte Bushaltestelle beim Opernplatz in Frankfurt.
Das Foto zeigt eine zertrümmerte Bushaltestelle beim Opernplatz in Frankfurt.  © ---/Hit Radio FFH/ (dpa)

Er glaube, die Situation habe "mit mehreren pauschalen Vorwurfslagen" zu tun, sagte Bereswill am Montag dem Sender hr-Info.

Konkret nannte er unter anderem einen "Rassismusvorwurf gegen die Polizei, 'Racial Profiling' zu betreiben."

Von "Racial Profiling" spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass kontrolliert werden.

Auch die Fälle von Polizeigewalt in den USA wirkten sich auf die Stimmung gegenüber den Beamten aus: Die Vorgänge dort würden "eins zu eins auf die deutsche Polizei quasi übertragen" und die Beamten dem Vorwurf ausgesetzt, "wir wären gewaltextrem, wir würden so oder so ähnlich agieren wie die Polizei in den Vereinigten Staaten".

Nach den Krawallen in Frankfurt in der Nacht zum Sonntag, bei denen Polizeibeamte aus der Menge heraus attackiert worden waren, treffen sich Vertreter von Stadt und Polizei am heutigen Montag zu einer Sicherheitskonferenz (TAG24 berichtete).

Präsident Bereswill zufolge wird dabei auch die Frage thematisiert werden, ob bestimmte Orte geschlossen werden sollten. "Das muss man sich gut überlegen, man würde dann ja nur Dinge verlagern."

Auch Fragen nach Sperrstunden, einem Alkohol- oder Flaschenverbot müssten diskutiert werden.

Update, 13.57 Uhr: Sperrstunde ab 0 Uhr am Freitag und Samstag auf dem Frankfurter Opernplatz

Mit einer Sperrstunde am Opernplatz will die Stadt Frankfurt einer Eskalation von Partynächten wie am Wochenende vorbeugen. Künftig gelte Freitag und Samstag von null Uhr an ein Betretungsverbot für den Opernplatz, sagte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) am Montag nach einer Sicherheitskonferenz unter anderem mit Polizeipräsident Gerhard Bereswill.

Um ein Uhr nachts soll der Platz dann geräumt sein. Für friedliche Nachtschwärmer solle so ausreichende Zeit sein, sich zu verabschieden und den Abend aufzulösen, für auswärtige Störer hingegen ein klares Signal gesetzt werden, "dass es sich nicht lohnt, nach Frankfurt rein zu fahren."

In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben von Bereswill wurden die Einsatzkräfte aus der Menge mit Flaschen angegriffen, obwohl sie deeskalierend gehandelt hätten. Mindestens fünf Beamte seien verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge seien beschädigt worden. 

Die etwa 500 bis 800 Anwesenden hätten gejubelt, wenn eine Flasche die Beamten getroffen habe. 39 Menschen wurden festgenommen, unter ihnen eine Frau. Der überwiegende Teil von ihnen sei polizeibekannt, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahl oder Drogendelikten.

Von diesen Tatverdächtigen lebten 29 nicht in Frankfurt - gegen sie seinen Aufenthaltsverbotsverfügungen ausgesprochen worden, um zu verhindern, "dass diese Leute wieder Frankfurt betreten", sagte Bereswill.

Titelfoto: ---/Hit Radio FFH/ (dpa)

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