Wie ist denn das passiert? Weltberühmte Loreley-Spitze für Spottpreis verkauft

St. Goarshausen - Die Stadt St. Goarshausen hat aus Versehen die Spitze des weltberühmten Loreley-Felsplateaus verkauft - für einen niedrigen dreistelligen Betrag. 

Die Luftaufnahme mit einer Drohne zeigt Besucher, die vom Loreleyfelsen in das Rheintal schauen.
Die Luftaufnahme mit einer Drohne zeigt Besucher, die vom Loreleyfelsen in das Rheintal schauen.  © dpa/Thomas Frey

Käufer war die Verbandsgemeinde (VG) Loreley, der auch St. Goarshausen angehört, wie Stadtbürgermeister Matthias Pflugradt (SPD) am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet und den Kaufbetrag auf rund 231 beziffert.

Das Loreley-Felsplateau im Herzen des Welterbes Oberes Mittelrheintal wird seit längerem unter Federführung der VG naturnah umgestaltet. Diese merkte 2018, dass sie dafür zwar viele Grundstücke gekauft, aber ein paar Parzellen vergessen hatte. Drei davon gehörten laut der Bild-Zeitung der Kleinstadt St. Goarshausen unterhalb der Loreley. 

Diese verkaufte die Mini-Grundstücke für nur 50 Cent pro Quadratmeter an die VG, darunter auch das Flurstück 162/2 - die Loreley-Spitze. Pflugradt sagte der Deutschen Presse-Agentur, dies sei in der entscheidenden Stadtratssitzung 2018 aus den Unterlagen nicht klar hervorgegangen und daher zunächst nicht bemerkt worden. 

Mit dem niedrigen Preis zeigte sich das Stadtoberhaupt nicht glücklich. Aber der Verkauf an sich sei nicht tragisch: "Das Hanggrundstück liegt ja nach wie vor in der Gemarkung der Stadt St. Goarshausen." Es könne auch weder mit einem Haus bebaut werden noch landwirtschaftlich genutzt werden.

Zudem liege die Verkehrssicherungspflicht nun bei der VG Loreley. "In Zeiten von Selfies und Instagram kommen ja immer wieder welche auf die Idee, sich ganz vorne auf die Spitze zu stellen", sagte Pflugradt. 

Das sei hoch über dem Rhein gefährlich. Vor zwei Jahren war hier ein junger Frankfurter beim Fotografieren mit einem Stativ abgerutscht, 15 bis 20 Meter tief gestürzt und verletzt worden. "Er hatte Glück, dass er auf einem Felsvorsprung landete", sagte Pflugradt. Der Unfall hätte auch tödlich ausgehen können.

Titelfoto: dpa/Thomas Frey

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