Frankfurter Rennbahnpark vor der Eröffnung: "Eine echte Attraktion"

Frankfurt am Main - Wo früher Pferderennen und Golf wenigen vorbehalten war, entsteht ein Naherholungsgebiet für alle: Der neun Hektar große Rennbahnpark im Grenzgebiet zwischen den Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen und Niederrad soll im Sommer eröffnet werden.

Wie es sich für ein früheres Rennbahngelände gehört, stehen auf dem Kinderspielplatz jede Menge Pferde aus Holz.
Wie es sich für ein früheres Rennbahngelände gehört, stehen auf dem Kinderspielplatz jede Menge Pferde aus Holz.  © DPA/Helmut Fricke

Für 5,4 Millionen Euro entstehe derzeit "eine echte Attraktion", befand Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (65, Grüne) bei einer Baustellenbegehung am Mittwoch.

Die Gestaltung des Parks nimmt Bezug auf die Vorgeschichte des Geländes, um das jahrelang gestritten wurde. Auf einem Kinderspielplatz gibt es Holzpferde; wo die Schiedsrichter saßen, können sich Besucher auf einer Stahltreppe sonnen; der Teich des Golfplatzes in der Mitte der Rennbahn blieb erhalten.

Auch die Sandbahn, auf der die Rennen liefen, findet sich wieder: Sie trennt die aktiven Bereiche am oberen Rand des hufeisenförmigen Geländes vom - ebenfalls nutzbaren - Landschaftsschutzgebiet in der Mitte.

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Innen gibt es Wiesen mit sogenanntem Sandmagerrasen, der von Schafen geweidet werden soll, Dünen und ein naturbelassenes Ufer.

Außen finden sich Kinderspielplätze und eine Calisthenics-Anlage für Körpersportler.

Dem Bau von Park und DFB-Leistungszentrum ging ein erbitterter Streit voraus

Der ursprünglich zu einem Golfplatz gehörende Teich in der Mitte des Parks blieb erhalten.
Der ursprünglich zu einem Golfplatz gehörende Teich in der Mitte des Parks blieb erhalten.  © DPA/Helmut Fricke

Ein Standplatz für Foodtrucks ist geplant, ein Bolzplatz und eine Kinderfarm mit echten Tieren. Für das Angebot eines Vereins wird ein alter Pferdestall saniert und umgebaut. Der Aushub der Bauarbeiten wurde zu einem "Skyline-Blick" aufgeschüttet.

Um das Gelände hatte es jahrelang erbitterten Streit gegeben. 2014 hatte die Stadt dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) das Gelände für sein neues Leistungszentrum angeboten. Doch der Frankfurter Renn-Klub wollte seine Galopprennbahn nicht aufgeben. Ein Bürgerentscheid bekam 2015 nicht genug Unterschriften.

Danach folgte ein juristisches Tauziehen um unzählige Einzelheiten. Zuletzt ging es noch um den Abriss eines Holzhäuschens, in dem Schokolade verkauft wurde. Die Stadt schätzt die Zahl der Einzelverfahren auf knapp zwei Dutzend.

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Der Renn-Klub um Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels klagte bis zum Bundesgerichtshof. Dieser entschied 2018, dass der Renn-Klub das Gelände herausgeben muss.

Kurz darauf rückten die Abrissbagger an, um die Tribüne einzureißen. 2019 bekam der DFB seine Baugenehmigung. Das Leistungszentrum ist so gut wie fertig, es soll am 30. Juni eröffnet werden. Der Park soll im August oder September folgen. Heilig hofft, "dass auch die Rennbahn-Freunde das gut finden".

Titelfoto: DPA/Helmut Fricke

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