Mann bewirbt sich als Friedhofsgärtner: Seine Reaktion auf Absage ist verstörend

Frankfurt am Main/Bad Soden am Taunus - Eine über alle Maßen verstörende Reaktion auf eine Job-Absage!

Fotomontage: In der Wohnung des 53-Jährigen fand die Polizei tausende menschliche Knochen (Symbolfoto).
Fotomontage: In der Wohnung des 53-Jährigen fand die Polizei tausende menschliche Knochen (Symbolfoto).  © Montage: 123RF/arnoaltix, DPA/Andreas Arnold

Kurz nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 2017 hielt sich ein heute 53 Jahre alter Mann aus dem hessischen Bad Soden am Taunus (Main-Taunus-Kreis) zu Zwecken der Grabpflege auf dem Friedhof auf.

Wie er der Polizei später gestand, habe ihm der Aufenthalt an der letzten Ruhestätte der Toten über seine Einsamkeit hinweggeholfen. Um dieses Gefühl scheinbar auch zu Hause nicht missen zu müssen, sei er erstmals auf die Idee gekommen, Urnengräber aufzubrechen und die Aschebehälter kurzerhand in die eigene Wohnung zu verlagern.

Doch damit noch nicht genug. In ihm kam mit fortschreitender Zeit der Wunsch auf, als Friedhofsgärtner der Stadt Frankfurt am Main tätig zu sein. Die Bewerbung des Mannes wurde jedoch negativ beantwortet und so mischte sich Wut und Rachsucht in seine bereits bestehende Gefühlswelt.

Mit dem unbändigen Willen, der Stadt, die ihm seinen Lebenstraum verwehrt hatte, zu schaden, stahl er in den folgenden zwei Jahren Hunderte Urnen sowie Grabsteine und -platten. In diesem schon beinahe zur Sucht gewordenen Anfall von - zugegebenermaßen recht ungewöhnlicher - Kleptomanie machte sich der Grabschänder dann aber auch noch an den Knochen abgelaufener Gräber zu schaffen.

Auch diese hortete er in der eigenen Wohnung. Erst aufwendige Ermittlungen mit Hilfe der Durchsicht zahlreicher Überwachungsvideos machte die Identifizierung des Täters möglich und zeigte, dass er bereits auf den Friedhöfen in den Stadtteilen Griesheim, Heddernheim, Höchst und Niederrad sein Unwesen getrieben hatte.

Im Haus des Mannes fanden die Ermittler bei einer Durchsuchung, die bereits am 11. September 2019 stattfand, schließlich Tausende menschliche Gebeine und die gestohlenen Urnen. Daraufhin zeigte sich der Grabräuber geständig, bekam zwei Jahre auf Bewährung.

Für die noch ausstehenden 131 Fälle von schwerem Diebstahl und Störung der Totenruhe soll bald ein neuer Prozess aufgerollt werden. Wann dieser stattfindet, ist noch offen.

Titelfoto: Montage: 123RF/arnoaltix, DPA/Andreas Arnold

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