Nach Luxus-Skandal: Awo Frankfurt informiert über aktuelle Lage

Frankfurt am Main - Mehr als ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals um überhöhte Gehälter und Luxus-Dienstwagen bei der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) informiert der neue Vorstand an diesem Montag (12 Uhr) über die aktuellen Entwicklungen.

Seit einem halben Jahr hat die Awo ein neues ehrenamtliches Präsidium.
Seit einem halben Jahr hat die Awo ein neues ehrenamtliches Präsidium.  © Boris Roessler/dpa

Dabei soll es auch um die wirtschaftliche Situation der Awo gehen. 

Seit einem halben Jahr hat die Awo ein neues ehrenamtliches Präsidium, das die Aufarbeitung des Skandals einleitete und einen neuen hauptamtlichen Vorstand bestellte.

In einer vorläufigen Zwischenbilanz im Juni hatte Petra Rossbrey, die Vorsitzende des Präsidiums, den bislang festgestellten Gesamtschaden für die Jahre 2015 bis 2019 mit etwa 4,5 Millionen Euro beziffert. 

Davon entfielen unter anderem 1,6 Millionen Euro auf überhöhte Gehälter und Dienstwagen sowie etwa 0,9 Millionen Euro auf ungerechtfertigte Spenden an den Kreisverband Wiesbaden, zu dem personelle Verflechtungen bestanden.

Im September hatte das Frankfurter Bildungsdezernat monatelange Mittelkürzungen an die Awo zurückgenommen, weil die neue Führung des Sozialverbands massive Liquiditätsengpässe geltend gemacht hatte.

Update, 12.30 Uhr: Awo Frankfurt geht nun von 6,3 Millionen Schaden aus

Das Logo der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist an einem Gebäude im Ostend der Stadt zu sehen.
Das Logo der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist an einem Gebäude im Ostend der Stadt zu sehen.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) schätzt den Schaden, der durch die ehemaligen Funktionäre des Frankfurter Kreisverbands entstanden ist, nunmehr auf 6,3 Millionen Euro.

Das sei aber immer noch eine vorläufige Schadensbilanz, sagten Vertreter des hauptamtlichen Vorstands und des ehrenamtlichen Präsidiums am Montag in Frankfurt. "Wir prüfen alle uns zur Verfügung stehenden Optionen, um unseren Schaden reguliert oder ersetzt zu bekommen", sagte Steffen Krollmann, der Vorstandsvorsitzende des Kreisverbands.

Die ehemalige Awo-Führung steht im Mittelpunkt eines Skandals um überhöhte Einkommen und Luxus-Dienstwagen, der im vergangenen Jahr öffentlich wurde. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere ehemalige Verantwortliche wegen Betrugsverdachts. Seit einem halben Jahr hat die Awo ein neues ehrenamtliches Präsidium, das die Aufarbeitung des Skandals einleitete und einen neuen hauptamtlichen Vorstand bestellte.

Nach schweren Liquiditätsengpässen hat sich die Situation der Awo wieder gebessert, seit das Frankfurter Bildungsdezernat einbehaltene Zahlungen für den Kita-Bereich wieder aufgenommen hat.

Finanzvorstand Axel Dornis stellte für 2020 eine schwarze Null in Aussicht. Der Schaden durch das frühere Führungsgremium sei trotzdem immens – "wirtschaftlich und moralisch", betonte Petra Rossbrey, die Vorsitzende des ehrenamtlichen Präsidiums.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

Mehr zum Thema Frankfurt am Main:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0