Neuer Polizei-Skandal? Beamter soll bei Kontrolle nach "Judenausweis" verlangt haben

Frankfurt am Main - Bahnt sich in der Mainmetropole Frankfurt ein neuer Polizei-Skandal an? Glaubt man einem Tweet von Journalist und Flüchtlingshelfer Tobias Huch (39), droht den Ordnungshütern ein Eklat der traurigen Spitzenklasse.

Zwei Polizisten laufen durch die Innenstadt von Frankfurt am Main. Journalist Tobias Huch veröffentlichte auf seinem Twitter-Kanal einen möglichen neuen Polizei-Skandal in der Mainmetropole.
Zwei Polizisten laufen durch die Innenstadt von Frankfurt am Main. Journalist Tobias Huch veröffentlichte auf seinem Twitter-Kanal einen möglichen neuen Polizei-Skandal in der Mainmetropole.  © Montage: DPA/Andreas Arnold, Twitter/Tobias Huch

Am Samstag veröffentlichte der gebürtige Mainzer einen Tweet auf seinem Profil, mit dem er sich direkt an die Polizei in Frankfurt am Main wandte. Darin schrieb er:

"Hallo Polizei Frankfurt, ist es normal dass jüdische Mitbürger durch eure Beamten nach einem "JUDENAUSWEIS" gefragt werden?

Allein der Wortlaut lässt einem aufgeklärten Zeitgenossen beim Lesen einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Andererseits stellt sich die Frage, wie der ehemalige Unternehmer und Politiker auf diese gewagte These gekommen sein mag.

Doch auch hierfür lieferte der Autor eine hieb- und stichfeste Antwort. So legte er in einem weiteren Tweet nach, dass ihm ein Strafantrag vorliege, den er in Teilen ebenfalls auf seinem Profil veröffentlichte.

Dem zu entnehmen sind Worte, die betroffen machen. Der Strafantrags-Auszug schildert wohl eine Personenkontrolle eines jüdischen Mannes, der im Rahmen dieser schon recht "aggressiv" von einem Beamten angegangen wurde.

Im Laufe des Gesprächs habe besagter jüdischer Mitbürger schließlich erwähnt, dass er jüdischen Glaubens sei, woraufhin der erwähnte Polizist habe wissen wollen "wo denn ihr Judenausweis" sei. Diese äußerst diskriminierende Frage sei weiterhin von einem hämischen Lachen begleitet worden sein.

Polizisten sollen jüdischen Mitbürger nach "Judenausweis" gefragt haben: Polizei Frankfurt bezieht Stellung

Droht der Frankfurter Polizei ein erneuter, fremdenfeindlicher Skandal? (Symbolfoto)
Droht der Frankfurter Polizei ein erneuter, fremdenfeindlicher Skandal? (Symbolfoto)  © 123rf/Claudia Nass

Für Huch ein unverzeihliches und nicht als Ausrutscher zu entschuldigendes Vorgehen. Des Weiteren schilderte er, dass er mit dem Betroffenen, der dennoch auf besonnene Art und Weise mit dem Ordnungshüter umgegangen sein soll, ausführlich gesprochen habe und als Journalist weiter von diesem Vorfall berichten wolle.

In den Kommentaren zeigten sich die User ob des mutmaßlichen Verhaltens des Polizeibeamten fassungslos. Auch Erinnerungen an die in der Vergangenheit bereits öffentlich gemachten Fälle von fremdenfeindlichen und teils rechtsradikalen Chatgruppen innerhalb der Frankfurter Polizei wurden laut.

Letztlich ließ auch eine Reaktion der Frankfurter Polizei anhand der schwerwiegenden Vorwürfe nicht lange auf sich warten. In einem Twitter-Statement hieß es unter anderem: "Der von Herrn Huch geschilderte Sachverhalt wird von der Polizei Frankfurt sehr ernst genommen. Wir überprüfen die erhobenen Vorwürfe auf das Genaueste und sorgen für vollumfängliche Aufklärung und Transparenz".

Inwieweit der Zwischenfall ein negatives Licht auf die Polizei der Mainmetropole werfen wird, werden die nächsten Tage zeigen.

Titelfoto: Montage: DPA/Andreas Arnold, Twitter/Tobias Huch

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