Frankreich-Wahl: So erleichtert ist Deutschland nach dem Macron-Sieg

Paris - Deutschland atmet auf! Nach dem Sieg von Emmanuel Macron (44) bei den Wahlen in Frankreich ist die Freude groß. "Deine Wählerinnen und Wähler haben heute auch ein starkes Bekenntnis zu Europa gesendet", schrieb beispielsweise Kanzler Olaf Scholz (63, SPD), einer der ersten Gratulanten, an den alten und neuen französischen Präsidenten.

Emmanuel Macron (44) darf sich auf fünf weitere Jahre als französischer Präsident freuen.
Emmanuel Macron (44) darf sich auf fünf weitere Jahre als französischer Präsident freuen.  © Thomas Coex/AFP/dpa

"Ich freue mich, dass wir unsere gute Zusammenarbeit fortsetzen!", so Scholz weiter in den sozialen Medien. Neben ihm freuten sich auch eine Reihe weiterer deutscher Spitzenpolitiker über die Wahl des Pro-Europäers gegen die Putin-Freundin und Rechtsaußen-Kandidatin Marine Le Pen (53).

"Auch Europa hat heute gewonnen", twitterte beispielsweise CDU-Chef Friedrich Merz (66). Sein Pendant von der SPD, Saskia Esken (60, SPD) verzichte gar auf die politischen Floskeln und schrieb frei von der Leber weg: "Ich tanze! Große Erleichterung und unsere herzlichsten Glückwünsche an Emmanuel Macron."

Doch nicht nur in der Politik, auch in der deutschen Wirtschaft freute man sich über den Wahlausgang von 58,5:41,5 Prozent für Macron.

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"Eine französische Präsidentin Marine Le Pen hätte Frankreich und die Europäische Union in eine tiefe interne Krise geführt", betonte beispielsweise Karl Haeusgen (56), Präsident des Verbands der Anlagen- und Maschinenbauer (VDMA).

Deutsch-französischen Motor wieder hochfahren

Die enge Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland ist für Europa essenziell, findet die Wirtschaft.
Die enge Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland ist für Europa essenziell, findet die Wirtschaft.  © Eric Lalmand/belga/dpa

Ähnlich formulierte es auch Siegfried Russwurm (58), Präsident vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). "Die deutsche Industrie ist erleichtert, dass Frankreich ein starker Partner in einer Zeit internationaler Krisen bleibt." Herausforderung wie Corona, den Ukraine-Krieg oder den Klimawandel könne man nur mit einem intakten deutsch-französischen Motor im Herzen Europas bewältigen.

Dieser müsse jetzt wieder hochgefahren werden, appelliert Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). "Es ist Zeit, den deutsch-französischen Motor wieder hochzufahren, damit Europa in Handelsfragen nicht von den USA und China abgehängt wird. [...] Europa war immer dann stark, wenn Frankreich und Deutschland gemeinsam vorangegangen sind."

Doch ist der Blick in die französische Zukunft nicht rosarot. Mehr als 40 Prozent für Le Pen zeigen, dass sich durch die französische Bevölkerung ein immer tieferer Spalt zieht, den Macron nun in den nächsten fünf Jahren kitten muss.

Titelfoto: Thomas Coex/AFP/dpa & Michael Kappeler/dpa

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