Rollstuhlfahrer auf U-Bahn-Gleis gestoßen: Urteil erwartet

Frankfurt am Main - Im Prozess gegen einen Mann, der einen Rollstuhlfahrer auf ein U-Bahn-Gleis gestoßen haben soll, werden am Montag (ab 9.30 Uhr) in Frankfurt die Plädoyers und das Urteil erwartet.

Der Angeklagte soll einen Rollstuhlfahrer auf die U-Bah-Gleise gestoßen haben (Symbolfoto).
Der Angeklagte soll einen Rollstuhlfahrer auf die U-Bah-Gleise gestoßen haben (Symbolfoto).  © Boris Roessler/dpa

Für den 69 Jahre alten, wegen versuchten Mordes angeklagten Mann geht es neben einer Haftstrafe auch um anschließende Sicherungsverwahrung.

Der Deutsche war bereits 2002 vom Landgericht Marburg zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er seine frühere Verlobte getötet hatte. Im Juni 2019 war er auf Bewährung entlassen worden.

Die Tat hatte sich im Januar im Frankfurter Stadtteil Dornbusch ereignet. Sie blieb für das schwerbehinderte Opfer ohne größere Folgen, weil eine einfahrende U-Bahn rechtzeitig bremsen konnte.

Durch den Sturz ins Gleisbett erlitt der Mann aber leichtere Verletzungen. Der Angeklagte hat die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt, aber von einer Tat im Affekt gesprochen.

Auslöser soll gewesen sein, das der Rollstuhlfahrer ihn fälschlicherweise des Diebstahls beschuldigt habe.

Sicherungsverwahrung verhängen Gerichte nicht als Strafe, sondern als präventive Maßnahme. Sie soll die Bevölkerung vor Tätern schützen, die ihre eigentliche Strafe für ein besonders schweres Verbrechen verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten.

Update, 16.56 Uhr: Achte Jahre Haft und anschließende Sicherheitsverwahrung für 69-Jährigen

Weil er einen Rollstuhlfahrer auf das Gleisbett der Frankfurter U-Bahn gestoßen hat, ist ein 69-Jähriger am Montag vom Landgericht Frankfurt zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Die Schwurgerichtskammer ging von versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung aus. Der Angeklagte mit deutscher Staatsangehörigkeit hatte in dem Prozess eingeräumt, im Januar dieses Jahres den 32-Jährigen nach einem Streit über eine Flasche Schnaps an der U-Bahn-Station im Stadtteil Dornbusch auf die Gleise gestoßen zu haben.

Ein später eintreffender U-Bahn-Triebwagen konnte rechtzeitig bremsen.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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