Wiederbelebung eines Football-Riesen: Frankfurt Galaxy ist wieder da!

Frankfurt am Main - An diesem Wochenende beginnt die Saison in der European League of Football. Mit dabei sind die Frankfurt Galaxy, die sich bei ihrem Comeback einiges ausrechnen.

World Bowl-Finale 2007: Vergeblich versuchen die Frankfurter Jamar Landrom (l.) und Matt Sinclair (r.), den Hamburger Marcus Maxwell am Touchdown zu hindern.
World Bowl-Finale 2007: Vergeblich versuchen die Frankfurter Jamar Landrom (l.) und Matt Sinclair (r.), den Hamburger Marcus Maxwell am Touchdown zu hindern.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Vor 14 Jahren saß Thomas Kösling beim letzten großen Auftritt der Frankfurt Galaxy noch als Fan auf den voll besetzten Stadionrängen.

"Es war ein gigantisches Erlebnis", schwärmt der heutige Cheftrainer des wiederbelebten American-Football-Teams aus der Mainmetropole noch immer vom damaligen Finale in der NFL Europe.

Vor knapp 50.000 Zuschauern unterlagen die Hessen den Hamburg Sea Devils mit 28:37 - und fielen nach dem folgenden Liga-Aus in einen tiefen Dornröschenschlaf.

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Nun sind die Frankfurter zurück und wollen in der neu gegründeten European League of Football an die glorreichen Zeiten der 1990er- und 2000er-Jahre mit etlichen Titelgewinnen und unvergesslichen Football-Partys anknüpfen.

"Wir wollen die Meisterschaft nach Frankfurt holen", betonte Kösling in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

ELF-Chef Patrick Esume traut den Hessen einiges zu. "Mit der Galaxy muss man natürlich rechnen", sagte der frühere Profi.

Trainer und viele Spieler kommen von Frankfurt Universe zur neuen Galaxy

2018 qualifizierte sich Frankfurt Universe für den German Bowl XL, verloren das Spiel aber gegen die Schwäbisch Hall Unicorns.
2018 qualifizierte sich Frankfurt Universe für den German Bowl XL, verloren das Spiel aber gegen die Schwäbisch Hall Unicorns.  © dpa/Annegret Hilse

Insgesamt acht Teams - davon sechs aus Deutschland - sind dabei. Und wie es der Zufall will, trifft die Galaxy zum Auftakt an diesem Sonntag (15 Uhr/Pro Sieben Maxx) wie im Finale 2007 auf die Hamburg Sea Devils. Für Kösling der größte Rivale im Titelkampf.

Dass die aktuelle Mannschaft noch ein gutes Stück von den Glanzzeiten der Vergangenheit entfernt ist, versteht sich für den Trainer allerdings von selbst.

"Das ist nicht die Galaxy vergangener Tage. Das ist ein neues Team in einer neuen Liga, die versucht, den Football in Europa auf professionelle Ebenen zu bringen", sagte er.

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Diese Chance sah Kösling zuletzt in der German Football League (GFL) als Trainer der Frankfurt Universe nicht.

"Es gab kaum Weiterentwicklung von Liga und Sport. Man ist irgendwie so vor sich hin gedümpelt", begründete der Hesse seinen Weggang.

Weil Kösling einen Großteil des Kaders mitnahm, ist er sich der Brisanz des Themas bewusst: "Es ist wie eine Scheidung, bei der über einiges noch Gras wachsen muss."

Daher kann Kösling auch diejenigen Fans verstehen, die den Weg zurück zur Galaxy aus Verbundenheit zum GFL-Team der Universe, das nach dem Aus vor 14 Jahren von enttäuschten Galaxy-Fans gegründet wurde, nicht mitgehen wollen.

Verantwortliche der Frankfurt Galaxy hoffen auf den nächsten Football-Boom

Auf der anderen Seite erhofft man sich bei den "Galaktischen" einige Rückkehrer aus vergangenen Tagen, die das Kapitel ELF unter altem Namen wieder begleiten.

Denn während sich die neue Football-Liga in Sachen Entwicklung und Umsetzung noch in der Startphase befindet, hoffen die Hessen auf einen neuerlichen Boom.

"Die Chance für Football in Frankfurt und den Football allgemein war nie größer als heute", sagte Galaxy-Geschäftsführer Alexander Korosek und versprach: "Neben den sportlichen Erfolgen wird das ultimative Fan-Erlebnis im Mittelpunkt stehen."

Es ist also angerichtet für neue Football-Partys am Main.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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