Umweltaktivisten seilen sich von Autobahnbrücken ab! Vollsperrungen und Staus im Berufsverkehr

Frankfurt - Seit Montagmorgen blockieren mehrere Umweltaktivisten Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet.

Mehrere Aktivisten seilen sich von einer Autobahnbrücke auf der A3 bei Wiesbaden-Breckenheim ab.
Mehrere Aktivisten seilen sich von einer Autobahnbrücke auf der A3 bei Wiesbaden-Breckenheim ab.  © wiesbaden112.de

Sie wollen damit gegen den Bau der A49 und der dazugehörigen Rodung der Waldfläche demonstrieren.

Augenzeugenberichten zufolge sollen Brücken auf der A49, der A661 auf Höhe Offenbach-Kaiserlei und der A3 bei Wiesbaden-Breckenheim betroffen sein.

Die Umweltaktivisten seilen sich von den Brücken ab und blockieren somit die Fahrbahn.

Vollsperrungen und lange Staus im Berufsverkehr inklusive.

Update, 13.20 Uhr: Autobahnen nach Abseil-Aktionen von A49-Gegnern wieder frei

Nach mehreren Abseil-Aktionen von Umweltaktivisten an Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet sind die betroffenen Autobahnen wieder für den Verkehr freigegeben worden. 

Am Montagmorgen hatte die Polizei im Berufsverkehr sowohl die Autobahn 3 zwischen dem Wiesbadener Kreuz und Niedernhausen als auch die A 661 zwischen Offenbach-Kaiserleikreisel und Taunusring und die A5 in Höhe des Luftbrückendenkmals und Zeppelinheim wegen der Protestaktionen zeitweise voll gesperrt. 

Dadurch kam es nach Angaben eines Polizeisprechers jeweils zu mehreren Kilometern Stau. Mit den Aktionen protestieren die Aktivisten gegen den geplanten Weiterbau der A49 in Mittelhessen, für den Bäume im Herrenwald bei Stadtallendorf sowie im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm gefällt werden oder noch gerodet werden sollen.

Update, 11.29 Uhr: Hessische Wirtschaft kritisiert Abseil-Aktionen von A49-Gegnern

Die erneuten Protestaktionen an Autobahnbrücken gegen den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen stoßen in der hessischen Wirtschaft auf Kritik.

"Wir sehen mit Sorge, dass der Protest zunehmend in weitere Teile der Wirtschaft und des Verkehrs eingreift. Damit schaden diese Aktionen dem Wirtschaftsstandort Hessen", erklärte Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), am Montag in Wiesbaden. Am Morgen hatten sich Umwelt- und Klimaschützer an drei Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet abgeseilt und so Sperrungen ausgelöst, es kam zu Behinderungen im Berufsverkehr.

Der Lückenschluss der A49 habe alle demokratischen Prozesse durchlaufen, längst bestehe Baurecht, betonte Lippmann. Die Wirtschaft und viele Menschen in der Region warteten bereits seit 40 Jahren auf das Projekt. Nord- und Mittelhessen würden besser angebunden, Anwohner und Pendler entlastet und der Wirtschaftsverkehr deutlich effizienter. 

Es sei daher wichtig, dass der A49-Ausbau erfolgreich abgeschlossen werde. "Dieses Projekt ist längst zu einem Symbol geworden über die hessischen Grenzen hinaus. Die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes und die Rechtssicherheit für hessische Betriebe stehen in Frage, wenn auch mehrfach demokratisch legitimierte Infrastrukturprojekte nicht mehr realisiert werden können."

Für das Autobahnprojekt werden im Herrenwald nahe Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf derzeit Bäume gerodet, auch im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm stehen Fällarbeiten an. Um dies zu verhindern und zu verzögern, hatten sich Aktivisten in Baumhäusern in den beiden Waldstücken eingerichtet. Aus ihrer Sicht steht das Autobahnprojekt einer Verkehrswende entgegen.

Titelfoto: wiesbaden112.de

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