Vater (20) soll Säugling fast zu Tode geschüttelt haben: Jetzt steht er vor Gericht!

Frankfurt am Main - Weil er seinen kleinen Sohn fast zu Tode geschüttelt haben soll, hat sich ab Dienstag (ab 9 Uhr) ein Mann vor dem Amtsgericht Frankfurt zu verantworten.

Das Kind hätte ohne Behandlung sterben können (Symbolfoto).
Das Kind hätte ohne Behandlung sterben können (Symbolfoto).  © Arno Burgi/ZB/dpa

Die Anklage legt dem 20 Jahre alten Vater gefährliche Körperverletzung und eine Verletzung seiner Fürsorgepflicht zur Last. 

Den Ermittlungen zufolge sollte er auf Geheiß der Mutter des Kindes im Oktober vergangenen Jahres eine Nacht lang auf den Säugling aufpassen. In dieser Zeit kam es laut Anklage zu dem Übergriff. 

Anschließend wurde das Baby in ein Krankenhaus gebracht, wo ein Schütteltrauma festgestellt wurde. 

An den Folgen hätte das Kind der Klinik zufolge sterben können. Das Gericht will den Prozess an einem Verhandlungstag abschließen.

Update, 16.40 Uhr: 20-Jähriger nach Misshandlung von Säugling verwarnt

Für eine Misshandlung seines erst einen Monat alten Sohnes ist ein 20-Jähriger am Dienstag vom Amtsgericht Frankfurt verwarnt worden. Zusätzlich setzten die Richter eine Geldauflage von 2000 Euro fest, die an ein Kinderhospiz gehen soll. Die Richter gingen in ihrem Urteil von gefährlicher Körperverletzung aus. 

Der Angeklagte war im Oktober vergangenen Jahres von seiner Lebensgefährtin und der Mutter des kleinen Jungen gebeten worden, Nachtwache am Bett des Säuglings zu halten. Als das Baby zum zweiten Mal zu schreien begann, verlor der Vater die Geduld und schüttelte es heftig. Im Krankenhaus wurden Blutungen im Kopf und ein Schütteltrauma diagnostiziert.

Vor Gericht legte der Vater ein umfassendes Geständnis ab. Er habe das Kind nicht verletzen wollen und sei einfach überfordert gewesen. Nach dem Vorfall nahm er an therapeutischen Gesprächen sowie einem Betreuungskurs für Säuglinge teil. 

Das Gericht wertete dies strafmildernd. Infolge fehlender Vorstrafen sei auch nicht von "schädlichen Neigungen" auszugehen, der Voraussetzung zur Verhängung einer Jugendstrafe. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Titelfoto: Arno Burgi/ZB/dpa

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