Zoll öffnet verdächtiges Liebespaket: Inhalt haut Beamte von den Socken

Frankfurt am Main/Kassel/Gießen - Süßigkeiten, allerlei Textilien, süße Grußbotschaften und eben ein wertvolles Extra fanden Beamte des Zolls bei der Untersuchung eines Liebespakets in Nordhessen. Der Blick ins Innere des Päckchens verhinderte aber wohl Schlimmeres.

In der liebevoll gepackten Postsendung fanden die Ermittler neben Schokolade auch satte 25.000 Euro.
In der liebevoll gepackten Postsendung fanden die Ermittler neben Schokolade auch satte 25.000 Euro.  © Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

Inwiefern das der Fall war, berichtete das Zollfahndungsamt der Stadt Frankfurt am Main am Montagmittag.

Dem Bericht zufolge öffneten die Zöllner aus Gießen das verdächtige Paket bereits Ende Oktober bei einem sogenannten Clearingverfahren in Kassel.

Anlass dafür war unter anderem die Tatsache, dass die Sendung nach Frankreich gehen sollte und somit zusätzliches Futter für die geschulten Augen der Beamten darstellte.

Frankfurt: Ein Toter und ein Verletzter bei Arbeitsunfall auf Frankfurter Hochhaus-Baustelle
Frankfurt am Main Ein Toter und ein Verletzter bei Arbeitsunfall auf Frankfurter Hochhaus-Baustelle

Mit ihrem Verdacht sollten sie in diesem Fall schließlich auch recht behalten.

Denn neben eher harmlosen Beigaben wie Schoki, Handtüchern und Co. befanden sich zahlreiche, zum Teil gebündelte Fünfzig- und Hundert-Euro-Scheine im unteren Bereich des Päckchens. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine Summe von insgesamt 25.000 Euro handelte, die von einer 69 Jahre alten Frau aus Niedersachsen in Richtung Frankreich gesendet werden sollte.

Hintergrund der großzügigen Geldsendung war die über soziale Medien hergestellte Internetfreundschaft der Frau zu dem ihr persönlich gänzlich unbekannten Mann, der ihr im Rahmen eines sogenannten "Love Scam" wohl romantische Gefühle vorgaukelte und nun behauptete, in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken.

Doch mit ihrem Fall war die 69-Jährige keinesfalls allein. "Love Scams" oder "Romance Scams" seien laut Carina Orth, Sprecherin des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main, bei Weitem keine Seltenheit mehr.

Mehrere Postsendungen mit jeder Menge Bargeld in kürzester Zeit: "Love Scam" keine Seltenheit mehr

Ähnlich wie der 69-Jährigen, die es dem vorzeitigen Eingreifen des Zolls zu verdanken hatte, nicht in die Betrugsfalle getappt zu sein, sei es auch einer gleichaltrigen, alleinstehenden Dame aus Rheinland-Pfalz ergangen. Noch bevor sie rund 18.000 Euro an einen unbekannten Möchtegern-Liebhaber aus Italien versenden konnte, wurde ihr Paket ebenfalls an der Versendung ans ursprüngliche Ziel gehindert.

Beide Frauen können nach Abschluss der Ermittlungsverfahren mit der Rückgabe ihres Geldes rechnen - um dann hoffentlich wieder auf konventionelleren Wegen nach der Liebe zu suchen.

Titelfoto: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

Mehr zum Thema Frankfurt am Main: