9-Euro-Ticket: So viel sparen die Hamburger jeden Monat

Hamburg - Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) hat zwei Monaten nach der Einführung des 9-Euro-Tickets ein positives Fazit gezogen. Nun soll eine Nachfolge-Regelung her.

Das 9-Euro-Ticket wird noch bis Ende August angeboten.
Das 9-Euro-Ticket wird noch bis Ende August angeboten.  © Christian Charisius/dpa

"Der Erfolg der 9-Euro-Ticket-Aktion, die als Teil des Entlastungspakets der Bundesregierung noch bis Ende August gilt, ist weiterhin ungebrochen. Insbesondere die Metropolen mit ihren gut ausgebauten Systemen des öffentlichen Nahverkehrs profitieren von diesem Angebot", teilte der HVV am Dienstag auf seiner Internet-Seite mit.

"Im Durchschnitt spart ein HVV-Kunde über 170 Euro, beim Vollzeit-Abo sogar über 250 Euro", rechnete das Unternehmen vor. Insgesamt wurden im HVV-Gebiet bisher 1,8 Millionen Tickets verkauft (800.000 für den Juni, 700.000 für den Juli und bisher 300.000 für den August).

Hinzu kommen noch einmal 680.000 Abonnentinnen und Abonnenten, die ebenfalls 9 Euro im Monat zahlen. Im Vergleich zu 2019 waren laut HVV fünf Prozent mehr Fahrgäste mit den Bussen, Bahnen und Fähren unterwegs.

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Damit wurde erstmals seit Beginn der Pandemie das Vor-Corona-Niveau wieder überschritten.

Neues Ticket soll 9 Euro pro Woche kosten

Aufgrund des 9-Euro-Tickets sind die Hamburger U-Bahnen so voll wie schon lange nicht mehr. Der HVV kontrolliert daher verstärkt die Einhaltung der Maskenpflicht.
Aufgrund des 9-Euro-Tickets sind die Hamburger U-Bahnen so voll wie schon lange nicht mehr. Der HVV kontrolliert daher verstärkt die Einhaltung der Maskenpflicht.  © Marcus Brandt/dpa

Nach Angaben des HVV hat sich die Anzahl der Kunden mit der Einführung es 9-Euro-Tickets laut einer Befragung zuletzt um sieben Prozent erhöht. Demnach besitzt fast jeder zweite Befragte in Hamburg das günstige Ticket. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gab an, das eigene Auto inzwischen öfter stehenzulassen. "Für zwölf Prozent der Fahrten wäre ohne das 9-Euro-Ticket nicht der HVV, sondern der Pkw genutzt worden. Dies entspricht mehreren Millionen eingesparten Pkw-Fahrten pro Monat", teilte das Unternehmen weiter mit.

Laut der HVV-Befragung seien rund 90 Prozent zufrieden mit dem neuen Angebot. Kritik hätte es vor allem an überfüllten Zügen auf längeren Strecken gegeben - die allerdings nicht vom Nahverkehr des HVV bedient würden. Und: Laut der Untersuchung sei eine Mehrheit der Fahrgäste durchaus bereit, etwas mehr als 9 Euro im Monat für den ÖPNV auszugeben.

Auch eine politische Anmerkung in eigener Sache konnte sich der HVV bei seinem Fazit nicht verkneifen. "Nach vielfältigen Unterstützungen für Autofahrende gibt es mit dieser Aktion der Bundesregierung endlich auch eine zusätzliche Förderung für den ÖPNV - und damit für klimafreundliche, nachhaltige Mobilität", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

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Der HVV kündigte an, ab September bis zum Ende des Jahres in Hamburg ein Jobticket (ProfiTicket) für Neukunden anzubieten, das 36 Euro im Monat und damit 9 Euro pro Woche kosten soll.

Zudem werden auf der Homepage des Unternehmens 999 Abos verlost, die 9 Euro pro Monat kosten sollen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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