Für Fünf- bis Elfjährige: Hamburg richtet eigene Kinderimpfzentren ein

Hamburg - Angesichts eher mangelnden Interesses der Kinderärzte an Corona-Schutzimpfungen für Fünf- bis Elfjährige will Hamburg eigene Kinderimpfzentren einrichten.

Ein israelisches Mädchen erhält ihre erste Corona-Impfung: In Hamburg sollen Mitte Dezember die ersten Kinderimpfzentren öffnen.
Ein israelisches Mädchen erhält ihre erste Corona-Impfung: In Hamburg sollen Mitte Dezember die ersten Kinderimpfzentren öffnen.  © Oded Balilty/AP/dpa

Zwar setze man in einem Drei-Säulen-Modell weiter auf die Kinderärzte, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (44).

Diese erste Säule sei "sicherlich für die Kleineren in dieser Altersgruppe sehr relevant - weil ja auch viele andere Impfungen parallel anstehen."

Daneben soll es auch Impfangebote in Kinderkrankenhäusern geben. "Und wir planen eigene Kinderimpfzentren, in denen wir unabhängig davon ausschließlich für diese Altersgruppe mit speziellem Personal Kinderimpfungen anbieten können."

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Wie viele das sein und wo sie liegen werden, dazu wollte die SPD-Politikerin sich noch nicht äußern. Alle Angebote sollen aber "relativ zeitgleich an den Start gehen." Und die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert werden.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte den Kinder-Impfstoff von Biontech/Pfizer bereits Ende November freigegeben. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission steht aber noch aus.

Es wird erwartet, dass es Mitte Dezember mit dem Impfen losgehen kann.

30.000 Impfdosen bereits bestellt

Gesundsheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD, 44) setzt auf das Drei-Säulen-Modell.
Gesundsheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD, 44) setzt auf das Drei-Säulen-Modell.  © Georg Wendt/dpa

Das Gros der Kinderärzte ziehe nicht mit, sagte Leonhard. "Stand heute - das ändert sich ja aber immer - ist es tatsächlich rechnerisch ein knappes Viertel, das zurückgemeldet hat, sich beteiligen zu wollen."

Ihre Behörde habe alle Praxen hinsichtlich der zu bestellenden Menge Impfstoffs angefragt. "Die Rückmeldung lautet so: Der medizinische Nutzen ist überschaubar bei dieser Altersgruppe und es gibt sehr viel wichtigere kinderärztliche Tätigkeiten, die priorisiert gemacht werden müssten, insbesondere in den durch die Erkältungssaison ohnehin belasteten Kinderarztpraxen."

Normale Impfungen, Masernimpfungen, U-Untersuchungen - "das wird als bedeutender und mit größerem medizinischem Nutzen eingeschätzt", sagte Leonhard.

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Von dem speziellen Impfstoff für Kinder habe Hamburg bestellt, was der Stadt rechnerisch zustehe. "Das sind 30.000 Impfdosen aus der ersten Lieferung des Bundes."

Titelfoto: Oded Balilty/AP/dpa

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