Coronavirus: Darum steigt die Zahl der Infizierten in Hamburg so drastisch an

Hamburg - Die Zahlen steigen mit jedem Tag weiter an. Am Samstag gab der Hamburger Senat bekannt, dass 768 Menschen am neuartigen Coronavirus erkrankt seien.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) gibt die aktuellen Fallzahlen bekannt.
Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) gibt die aktuellen Fallzahlen bekannt.  © Christian Charisius/dpa

Deutschlandweit bedeutet das in der totalen Zahl Platz acht. Doch in fast keinem anderen Bundesland ist die Anzahl der Infizierten im Verhältnis zur Einwohnerzahl so hoch wie in Hamburg.

Und die kommenden Tage versprechen kaum Besserung. Wie die Gesundheitsbehörde in einer Mitteilung am Samstag erklärte, rechne sie weiterhin mit einem deutlichen Anstieg der positiv getesteten Fälle.

Der Grund hierfür ist - leider - recht simpel. Anfang des Monats standen die Märzferien im Kalender. Viele Bewohner Hamburgs nutzen die zwei schulfreien Wochen um in den Skiurlaub zu fahren oder die Sonne zu genießen.

Zu den Reisezielen gehörten dazu natürlich auch Gebiete, die mittlerweile, wie Ischgl (Österreich), als Risikogebiet angesehen werden.

"Ursache ist die Rückkehr von Urlaubsreisenden aus den Risiko-Skigebieten in Norditalien, Österreich und der Schweiz", erklärte die Gesundheitsbehörde. "Den Großteil der gestiegenen Fallzahlen können wir auf Rückreisen aus Risikogebieten zurückverfolgen oder auf Kontakt zu Personen, die infiziert sind."

Durch die getroffenen Maßnahmen der Stadt und die damit verbundene Schließung von Schulen und Kitas soll versucht werden, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Nur ein Bundesland liegt vor Hamburg

Der Elbstrand war trotz gutem Wetter am Samstag nur wenig besucht.
Der Elbstrand war trotz gutem Wetter am Samstag nur wenig besucht.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) erklärte: "Es ist ruhig geworden in der Stadt, ganz überwiegend folgt die Bevölkerung den Anordnungen. Machen Sie weiter so, vermeiden Sie Kontakte! Gemeinsam können wir es schaffen, den weiteren Anstieg der Fallzahlen zu verlangsamen und noch einschneidendere Maßnahmen für unsere Bewegungsfreiheit zu vermeiden."

Aber eines ist auch klar: Die Familien sind in der Stadt! Und die Zahl der Infizierten steigt eben mit jedem Tag weiter an.

Laut Robert-Koch-Institut gibt es nur ein anderes Bundesland auf 100.000 Einwohner gerechnet, dass mehr Covid-19-Fälle hat als Hamburg. Während der Wert in der Hansestadt bei 32 liegt, sind in Baden-Württemberg 33 betroffen (Stand, 21. März, 12.15 Uhr).

In den anderen Stadtstaaten liegt die Fallzahl deutlich niedriger. In Berlin sind es 23, in Bremen 21. Selbst in Bayern, dass sich nah an Risikogebieten befindet, sind es 23 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Noch ist das öffentliche Leben nicht ganz lahmgelegt. Am Samstag nutzten viele Hamburger das gute Wetter für einen Spaziergang an der frischen Luft. Zwar wurde vielerorts der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten, doch weiter steigende Fallzahlen könnten die Einschränkungen weiter verschärfen.

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Titelfoto: Montage: Christian Charisius/dpa, Daniel Bockwoldt/dpa

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