Coronavirus im Norden: Bundesländer beschließen weitere Lockerungen

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Seit einigen Monaten bestimmt das Coronavirus auch das Leben der Menschen im Norden. Die Infektionszahlen steigen inzwischen aber nur noch langsam an. 

Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.
Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Die verschiedenen Bundesländer melden täglich Neu-Infektionen im einstelligen Bereich. 

Viele Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung konnten inzwischen wieder reduziert werden. Täglich kommen neue Lockerungen hinzu.

Die Bundesländer setzen dabei allerdings auf unterschiedliche Regeln.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es >> hier!

Update, 20. Juni, 16.10 Uhr: Eine weitere Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Samstag eine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Damit stieg die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle auf 792 (Stand 15 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilte. 

Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

752 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 117 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. Diese beiden Zahlen veränderten sich nicht gegenüber dem Vortag.

Update, 20. Juni, 13.24 Uhr: Zweiter Corona-Test in Parchimer Pflegeheim negativ

Parchim - Nach der Corona-Infektion einer Mitarbeiterin im Altenpflegeheim St. Nikolaus in Parchim sind insgesamt 168 Bewohner und Mitarbeiter erneut negativ getestet worden. Der zweite Corona-Test sei ebenfalls komplett negativ, teilte die Caritas als Betreiber der Einrichtung am Samstag mit.

Die infizierte Mitarbeiterin, die laut eines Sprechers im hauswirtschaftlichen Bereich tätig ist und keinen unmittelbaren Kontakt zu den Pflegebedürftigen hat, sei weiterhin in häuslicher Quarantäne. Bei der Frau war vor rund zehn Tagen bei einer Reihentestung eine Probe genommen worden, das positive Ergebnis lag am Montagmorgen vor.

Von Dienstag an sollen Besuche in der Einrichtung zumindest wieder eingeschränkt möglich sein. Dazu müsse noch mit dem Gesundheitsamt gesprochen werden.

Bewohner und Mitarbeiter in den Altenheimen Mecklenburg-Vorpommerns werden seit dem 8. Mai im Rahmen eines Projektes der Landesregierung flächendeckend getestet. Das Coronavirus ist bereits in mehreren Alten- und Pflegeheimen aufgetreten.

Update, 20. Juni, 11.56 Uhr: Alkoholverkaufs-Verbot in Bremer Ausgehvierteln gestartet

Bremen - Das Außerhaus-Verkaufsverbot von Alkohol in beliebten Ausgehvierteln der Bremer Innenstadt ist zum Start am Freitagabend aus Sicht der Polizei gut umgesetzt worden. 

Die Kontrollen seien gut verlaufen, sagte am Samstag eine Sprecherin der Bremer Polizeileitstelle. "Wir haben einige Personen angesprochen vor Ort", sagte sie. 

In der Regel hätten die Angesprochenen vernünftig reagiert und sich auf Abstand begeben. Zu gravierenden Zwischenfällen sei es nicht gekommen. Wie viele Verstöße es gegeben habe, stand aber zunächst nicht fest. Am Samstagabend soll wieder kontrolliert werden.

Mit einem räumlich und zeitlich begrenzten Verbot des Außerhausverkaufs von Alkohol reagiert Bremen auf zunehmende Verstöße gegen die Corona-Kontaktregeln. Das Verbot gilt seit diesem Wochenende jeweils freitags und samstags sowie an Vorabenden von Feiertagen von 22 Uhr an. 

Betroffen sind Ausgehviertel am Weserufer (Schlachte), im Kneipenviertel ("Viertel") und im Bereich des Hauptbahnhofs. In Restaurants darf weiter Alkohol ausgeschenkt werden.

Update, 20. Juni, 11.24 Uhr: Drei neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg - Bei Tests auf das Coronavirus sind in Hamburg drei weitere Fälle nachgewiesen worden. Damit haben sich seit Beginn der Epidemie in der Hansestadt Ende Februar 5162 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert, wie der Senat am Samstag im Internet mitteilte. Rund 4800 von ihnen gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen.

Die Zahl der Toten in Hamburg lag laut RKI zuletzt unverändert bei 259. Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat bislang laut der Senatsmitteilung in 229 Fällen bestätigt, dass die Menschen an der Corona-Infektion starben.

22 Corona-Infizierte aus der Stadt und dem Umland wurden am Freitag stationär in Hamburger Krankenhäusern behandelt, ein Kranker weniger als am Vortag. Von ihnen lagen weiterhin 12 auf Intensivstationen

Update, 20. Juni, 10.11 Uhr: Zwei neue Corona-Kranke in Schleswig-Holstein

Kiel - In Schleswig-Holstein ist die Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Infektionen zuletzt binnen 24 Stunden um zwei gestiegen. 

Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut berichtete, stieg die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Corona-Krise nachgewiesenen Fälle mit Stand Freitagabend auf 3133. 

Die Zahl der Gestorbenen im Zusammenhang mit dem Coronavirus blieb bei 152. Rund 3000 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. In Krankenhäusern werden nach dem jüngsten Stand vier an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Update, 20. Juni, 8.20 Uhr: Zugang zu Inseln wird ausgeweitet

Auf Wangerooge gelten dennoch kurzzeitige Beschränkungen.
Auf Wangerooge gelten dennoch kurzzeitige Beschränkungen.  © Ingo Wagner/dpa

Cuxhaven - Der Tourismus an der Küste nimmt weiter Fahrt auf - Urlauber können bald wieder von Niedersachsen nach Sylt (Schleswig-Holstein) mit dem Katamaran reisen. 

Ab 4. Juli soll er dreimal wöchentlich von Cuxhaven starten und die Insel in knapp zweieinhalb Stunden erreichen, wie Sylt Marketing mitteilte. Helgoland sollen in den kommenden Wochen mehrere Schiffe täglich von Cuxhaven aus ansteuern. Die Verbindung ab Bremerhaven zur Insel wird erst zum 1. Juli aufgenommen.

Indes dürfen Tagestouristen ab diesem Montag auch wieder auf Ostfriesische Inseln reisen. Juist und Baltrum machen den Anfang, am Dienstag sollen nach bisherigem Stand Spiekeroog und Wangerooge folgen. Bislang war wegen der Corona-Pandemie mindestens eine gebuchte Übernachtung Voraussetzung.

Auf Wangerooge wird allerdings wegen des Sommerferienstarts in mehreren Bundesländern vom 25. bis 29. Juni sowie am 4. und 5. Juli wieder eine Beschränkung gelten. Langeoog lässt ab Dienstag zunächst nur jeweils 200 Tagesgäste auf die Insel - an Wochenenden gar keine. 

Norderney, das an manchen Tagen nach Angaben des Landkreises Aurich bis zu 4500 Tagesgäste zählt, soll für diese bis zunächst 30. Juni gesperrt bleiben.

Update, 19. Juni, 21.16 Uhr: Keine weitere Infektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Freitag keine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. 

Damit blieb die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle bei 791 (Stand 14.59 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilte. Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

750 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 117 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. 

Diese beiden Zahlen veränderten sich nicht gegenüber dem Vortag.

Update, 19. Juni, 20.16 Uhr: Lockerung der Corona-Auflagen für Reisebusunternehmer

Kiel - Reisebusunternehmer und Betreiber von Ausflugsschiffen dürfen ihre Fahrzeuge von Samstag an wieder voll mit Passagieren auslasten. 

Die Landesregierung in Kiel hat ihre Corona-Bekämpfungsverordnung nach eigenen Angaben am Freitag an den Beschluss von Bund und Ländern zum Reisebusverkehr angepasst.

Voraussetzung für voll besetzte Reisebusse sei jedoch, dass die Passagiere während der Fahrt wie im öffentlichen Nahverkehr einen Mund-Nase-Schutz tragen. Außerdem müsse der Busunternehmer ein Hygienekonzept erstellen und umsetzen sowie Kontaktdaten der Kunden erheben. Diese Lockerung gelte auch für Ausflugsschiffe.

Wo immer möglich, sei das Abstandsgebot weiterhin einzuhalten. Sitzplatzwechsel sollten vermieden werden. 

Wird Schleswig-Holstein nur durchquert, ohne dass Passagiere das Verkehrsmittel verlassen, muss der Betreiber die Verordnung den Angaben zufolge nicht einhalten. 

Dies gelte speziell für Reisebusse, deren Reisen in anderen Ländern beginnen.

Update, 19. Juni, 17.33 Uhr: IHK fordert mehr verkaufsoffene Sonntage

Kiel - Wegen der Corona-Krise mit massiven Einbußen im Einzelhandel fordert die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein regelmäßige verkaufsoffene Sonntage. 

Es sollte bis zum Jahresende jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet werden dürfen - ohne den bisher notwendigen Anlassbezug, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen am Freitag in Kiel.

In einer IHK-Umfrage gab eine deutliche Mehrheit der Händler an, sie würden sich an zusätzlichen Sonntagsöffnungen beteiligen, um von gesteigerten Konsumausgaben zu profitieren. 

In der Befragung ging es darum, wie die angekündigte Mehrwertsteueranpassung auch dem lokalen Einzelhandel zu Gute kommen kann.

Die Mehrwertsteuer soll nach dem Willen der Bundesregierung zum 1. Juli für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent sinken. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz soll im gleichen Zeitraum von 7 auf 5 Prozent zurückgehen. Bundestag und Bundesrat sollen bis Ende Juni zustimmen.

Der Anlassbezug ist im Ladenöffnungsgesetz verankert und verlangt, dass mehr Interessierte für den Anlass - etwa ein Fest oder eine Messe - in die Innenstädte kommen als für das Einkaufserlebnis. 

Update, 19. Juni, 16.17 Uhr: Elterninitiative fordert Pläne für mögliche zweite Corona-Welle

Hamburg - Auf dem Hamburger Gänsemarkt haben am Freitag Eltern mit ihren Kindern für eine bessere Vorbereitung von Schulen und Kindertagesstätten auf eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie demonstriert. 

Aufgerufen zu der Kundgebung unter dem Motto "Ohne Plan? Ohne uns!" hatte die Elterninitiative "Familien in der Krise". 

"Wir fordern gezielte Pläne für eine mögliche zweite Welle und klare Commitments für Kitas und Schulen", hieß es in dem Aufruf. An der Demonstration, zu der nach Polizeiangaben gut 40 Menschen zusammenkamen, nahmen auch mehrere Bürgerschaftsabgeordnete teil.

Nach Ausbruch der Pandemie seien viele Einschränkungen in Kauf zu nehmen gewesen, "da wir uns einer unbekannten Gefahr ausgesetzt sahen", hieß in einer Erklärung des Landeselternausschusses Kindertagesbetreuung Hamburg (LEA). 

Diese müssten nun aufgearbeitet werden, um fundierte, nachvollziehbare und transparente Schlüsse daraus zu ziehen. 

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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