Cold-Case: Mord an Lkw-Fahrer nach 25 Jahren möglicherweise aufgeklärt

Hannover - Im Februar 1995 wurde der damals 57-jährige Lkw-Fahrer Norbert Schardin ermordet. Von wem, war bisher völlig unklar. Das hat sich jetzt scheinbar geändert.

Für eine Anklage reichten die Ermittlungen nicht aus.
Für eine Anklage reichten die Ermittlungen nicht aus.  © 123rf/foottoo

Der Cold Case könnte jetzt aufgeklärt sein, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der ermittelnden Polizeidirektion Hannover und der Staatsanwaltschaft. Hoffnungsvoll heißt es, dass ein 56-jähriger Tatverdächtiger ausfindig gemacht wurde.

Durch neue wissenschaftliche Methoden und einer erneuten Befragung der damaligen Zeugen, habe die Cold Case Unit (Einheit für ungeklärte Mordfälle) neue Erkenntnisse gewonnen, die schließlich zum Tatverdächtigen geführt hätten, heißt es weiter.

Beschuldigt wird ein mittlerweile 56-jähriger vorbestrafter Türke.

Er soll Norbert Schardin auf dem ehemaligen Speditionsgelände Michaelis an der Kreisstraße in Misburg-Süd/Hannover erschossen haben. Das Motiv? "Verdeckung einer anderen Straftat", so der Vorwurf. Er sei dort illegalen Geschäften nachgegangen, darunter Diebstahl. 

Scheinbar wurde er am 8. Februar 1995 bei einer dieser Straftaten von seinem späteren Opfer Norbert Schardin überrascht. Um seine Tat zu vertuschen, erschoss er den wehrlosen Lkw-Fahrer, vermuten die Ermittler. 

Sollte der schlimme Verdacht stimmen, war der damals 57-Jährige nicht sein erstes Opfer. Schon im Dezember 1995 wurde er verurteilt, nachdem er zwei Männer getötet hatte. 

Die anschließende Haftstrafe hatte er im Jahr 2018 abgesessen. Anschließend wurde er in sein Heimatland abgeschoben. Nach Deutschland einreisen durfte er danach nicht mehr. Heute lebt der Tatverdächtige in der Türkei.

Die Familie des verstorbenen Norbert Schardin zeigte sich erleichtert, berichtet die Polizei weiter, dass nach Jahrelanger Ungewissheit endlich ein Tatverdächtiger ermittelt wurde.

Trotz intensiver Ermittlungen reichen die Erkenntnisse für eine Anklageerhebung allerdings nicht aus.

Titelfoto: 123rf/foottoo

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