Gedenken an Süleyman Taşköprü (†31): Linke fordern Aufklärung des NSU-Mordes

Hamburg - Zum Todestag des vor 20 Jahren erschossenen Hamburger Süleyman Taşköprü gedenken die Linken dem damals 31-Jährigen und fordern die Aufklärung der Hintergründe des Mordes.

Das Mahnmal für Süleyman Taşköprü (†31). Er wurde in einem Gemüseladen in der Schützenstrasse vom NSU erschossen.
Das Mahnmal für Süleyman Taşköprü (†31). Er wurde in einem Gemüseladen in der Schützenstrasse vom NSU erschossen.  © IMAGO/Joerg Boethling

"Süleyman Taşköprü wurde am 27. Juni 2001 von Mitgliedern des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) in der Hamburger Schützenstraße erschossen", heißt es in einer Pressemitteilung der Partei.

Dass es sich damals um eine rassistische Tat handelte, wurde erst im Jahr 2011 durch die Selbstenttarnung des NSU bekannt, heißt es weiter.

Auch zwanzig Jahre nach Taşköprüs Tod seien noch zahlreiche Fragen offen.

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"Etwa die nach Verbindungen des NSU zur Hamburger Naziszene, nach der Rolle des Hamburger Verfassungsschutzes im NSU-Komplex oder nach der jahrelangen Weigerung der Hamburger Polizei, in Richtung einer rechten bzw. rassistischen Tatmotivation zu ermitteln."

Deniz Celik (42), innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion zeigt sich über die Mitarbeit der Stadt Hamburg zur Aufklärung des Mordes enttäuscht: "Es ist beschämend, dass Hamburg als einziges Tatort-Land des NSU nicht zur Aufklärung bereit ist. Wir brauchen endlich einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des NSU-Komplexes und zur Rolle der Hamburger Sicherheitsbehörden."

Rassistische Morde und rechter Terror seien keine Einzelfälle, so Celik weiter. "Genauso wenig wie das Versagen der Sicherheitsbehörden bei der Verhinderung oder Aufklärung."

Und weiter: "Wir schulden nicht nur den Opfern, den Überlebenden und deren Angehörigen eine lückenlose Aufklärung – sie ist auch Voraussetzung dafür, um rassistische Morde nicht weiter geschehen zu lassen."

Titelfoto: IMAGO/Joerg Boethling

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