Tödlicher Polizeieinsatz in Hamburg: Identität des Mannes steht fest

Hamburg - Bei einem Polizeieinsatz in Hamburg wurde am Freitag ein Mann durch eine Schussabgabe eines Beamten tödlich verletzt.

Der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer (l) mit Polizei-Pressesprecherin Sandra Levgrün am abgesperrten Tatort.
Der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer (l) mit Polizei-Pressesprecherin Sandra Levgrün am abgesperrten Tatort.  © Jonas Walzberg/dpa

Der Vorfall ereignete sich gegen 15.40 Uhr in der Hebebrandstraße im belebten Hamburger Stadtteil Winterhude.

Der Mann soll zuvor Autos angehalten, diese beschädigt und die Insassen mit einem Messer bedroht haben. Passanten riefen die Polizei.

Wie mehrere Augenzeugen berichteten, habe der Mann außerdem Allahu-Akbar-Rufe (arabisch für "Gott ist groß") von sich gegeben. Dies bestätigte auch die Polizei. Eine extremistische Motivation für sein Verhalten könne daher nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei-Pressesprecherin Sandra Levgrün.

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Neben der Mordkommission ermittelt nun auch die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes in dem Fall. Zusätzlich wurde das Dezernat Interne Ermittlungen (D.I.E.) eingeschaltet.

Wie die Polizei noch am Abend mitgeteilt hatte, sollen die Beamten zuerst versucht haben, den Mann mit Pfefferspray aufzuhalten.

Dann seien zufällig Beamte des SEK am Einsatzort vorbeigekommen und hätten einen sogenannten Taser, eine Elektroschockpistole, eingesetzt.

Der Mann habe sich dennoch nicht abbringen lassen. Er sei mit einem Messer in der Hand weiter auf die Polizisten zugegangen. Schließlich sei ein Schuss gefallen.

Viele Fragen noch offen

Ein beschädigtes Messer liegt in einer Spurenmarkierung am Tatort.
Ein beschädigtes Messer liegt in einer Spurenmarkierung am Tatort.  © Jonas Walzberg/dpa

Ob es zu anschließend zu weiteren Schüssen gekommen war, ist nicht bekannt. Der Angreifer verstarb noch am Tatort. Auch die angeforderten Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun.

Weitere Verletzte gab es nicht, wie die Sprecherin der Polizei mitteilte.

Nach Informationen des Hamburger Abendblattes hatte ein 22-jähriger Polizist den Schuss abgegeben, um einen Kollegen zu schützen. Er wurde anschließend aus dem Dienst genommen und betreut.

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Offen bleibt die Identität sowie das Motiv des Mannes. Noch am Abend wurde der Einsatzort weiträumig abgesperrt und mit einem 3D-Scanner untersucht, um den genauen Tatablauf später besser rekonstruieren zu können.

Die Hebebrandstraße war bis etwa 22 Uhr gesperrt.

Update, 12.44 Uhr: Identität des Mannes geklärt

Wie die Polizei am Samstag weiter mitteilte, handelte es sich bei dem Angreifer um einen 36-jährigen Mann libanesischer Staatsangehörigkeit. Beamten hätten bereits das Zimmer des Mannes in einer nahegelegenen Wohnunterkunft durchsucht. Hinweise auf ein Tatmotiv gebe es nicht.

Zeugen beobachteten, wie der Mann zunächst gegen ein geparktes Auto getreten hatte, anschließend trat er auf die Fahrbahn, wo er weitere Autos beschädigt haben soll. Der bewaffnete Mann soll auch einen Fahrradfahrer angegriffen und einen Fußgänger bedroht haben.

Ein Beamter habe schließlich mehrere Schüsse auf den Mann abgefeuert.

Titelfoto: Jonas Walzberg/dpa

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