Staatsanwaltschaft nimmt Johannes Kahrs aus der Schusslinie: "Kein Bargeld sichergestellt"

Köln/Hamburg - Bei einer Durchsuchung im Rahmen der Cum-Ex-Ermittlungen in Hamburg sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft "keine etwaig aufgefundenen Bargeldbeträge" sichergestellt worden. Darüber, ob überhaupt Bargeld gefunden wurde, machte die Kölner Strafverfolgungsbehörde am Montag keine Angaben.

Beim ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (58) sollen in einem Schließfach 200.000 Euro in bar gefunden worden sein. (Archivbild)
Beim ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (58) sollen in einem Schließfach 200.000 Euro in bar gefunden worden sein. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Aus den Ermittlungsakten geht nach Angaben des Linken-Obmanns im Hamburger Untersuchungsausschuss aber eindeutig hervor, dass in einem Schließfach des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (58) mehr als 200.000 Euro in bar gefunden wurden.

Ein Zusammenhang zum Skandal um die Warburg-Bank sei daraus zunächst nicht abzuleiten, sagte der Abgeordnete Norbert Hackbusch (67). Allerdings hätten die bisherigen Erkenntnisse im Ausschuss deutlich gemacht, dass sich Kahrs für die Bank eingesetzt habe.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Geld könne generell nur dann sichergestellt werden, wenn es den konkreten Verdacht gebe, dass es aus einer Straftat stamme - und wenn damit gerechnet werde, dass es später vom Gericht eingezogen werde, erklärte die Behörde pauschal.

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Die Ermittlungen dauerten an, so die Staatsanwaltschaft. "Gegenwärtig werden noch beweisrelevante Unterlagen und Datenträger ausgewertet." Wann man damit fertig sei, sei noch nicht abzusehen. Kahrs war bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar und reagierte nicht auf Anfragen.

Razzia bei Johannes Kahrs im vergangenen Jahr

Bei Kahrs in Hamburg hatte es im Zusammenhang mit dem Cum-Ex-Skandal im vergangenen Jahr eine Razzia gegeben, wie dpa damals aus informierten Kreisen erfahren hatte.

Wegen des Anfangsverdachts auf Begünstigung gegen drei Beschuldigte hätten Ermittler neben Privaträumen auch die Räumlichkeiten der Hamburger Finanzbehörde durchsucht, teilte die Staatsanwaltschaft Köln damals mit.

Bisherige Ermittlungen hätten "Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten der Beschuldigten im Zusammenhang mit verfahrensgegenständlichen "Cum/Ex-Geschäften" eines in Hamburg ansässigen Kreditinstituts ergeben".

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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