Vater soll Kinder (10,11) in Hamburg entführt haben: Festnahme in Portugal

Hamburg/Lissabon - Ein Vater, der vor rund acht Monaten seine beiden Kinder in Hamburg entführt und zunächst nach Spanien gebracht haben soll, ist in Portugal gefasst worden.

Der Mann wurde nördlich von Lissabon festgenommen. (Symbolbild)
Der Mann wurde nördlich von Lissabon festgenommen. (Symbolbild)  © Armin Weigel/dpa

Der 44 Jahre alte Mann sei am Dienstag in Caldas da Rainha - etwa 80 Kilometer nördlich von Lissabon - festgenommen worden, teilte die spanische Polizei mit.

Die beiden Kinder (zehn und elf Jahre alt) seien in Sicherheit und "bei bester Gesundheit", hieß es. Die portugiesische Polizei bestätigte auf Anfrage die Festnahme.

Der Mann soll seine beiden Kinder im Dezember in Hamburg entführt haben und sich mit ihnen den amtlichen Erkenntnissen zufolge monatelang auf der spanischen Atlantikinsel Teneriffa aufgehalten haben.

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Der Aufenthaltsort der drei war lange kein Geheimnis. Es gab unter anderem Fotos aus Bankkameras. Der Mann war laut den spanischen Behörden sogar einer Vorladung des Jugendrichters auf der Kanaren-Insel nachgekommen.

Ende Juni habe er aber eine Frist zur Übergabe der Kinder verstreichen lassen. Anschließend tauchte er im Sommer unter, bis er nun in Portugal dingfest gemacht wurde.

Mutter der Kinder wollte nicht aufgeben: "Ich suche weiter, kämpfe!"

Die verzweifelte Mutter war nach dem erneuten Verschwinden ihrer Kinder jüngst nach Teneriffa geflogen, hatte dort Flugzettel verteilt und auch eine Anzeige bei der spanischen Polizei erstattet. Erst daraufhin war eine internationale Fahndung nach dem Mann gestartet worden.

In einem von der Bild-Zeitung veröffentlichten Interview hatte die 37 Jahre alte Mutter unter Tränen gesagt: "Es zerreißt mir das Herz. Aber ich suche weiter, gebe nicht auf, kämpfe."

Die Frau erzählte der Zeitung, sie habe den Vater ihrer Kinder 2009 kennengelernt. Nach wenigen Jahren sei die Beziehung aber zerbrochen. Sie habe bereits 2014 das alleinige Sorgerecht bekommen, ihr Mann ein 14-tägiges Umgangsrecht.

Vater und Mutter - beide aus Albanien stammend - warfen sich in mehreren Interviews vor, gegenüber dem Partner und den Kindern gewalttätig geworden zu sein.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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