Er brach aus Liebeskummer ins Gefängnis ein: 19-Jähriger überrascht mit neuem Geständnis

Vechta - Mit dem Einbruch eines jungen Mannes ins Frauengefängnis Vechta wird sich demnächst auch das Landgericht Oldenburg (Niedersachsen) beschäftigen müssen. 

Blick auf das Gebäude der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta.
Blick auf das Gebäude der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Nach seiner Verurteilung zu drei Wochen Dauerarrest habe der 19 Jahre alte Angeklagte Berufung eingelegt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Vechta am Freitag. Damit geht der kuriose Fall in die nächsthöhere Instanz.

Um seine damals inhaftierte Ex-Freundin zurückzugewinnen, war der verschmähte Verliebte im Oktober mithilfe einer Laterne an die Außenmauer des Gefängnisses geklettert und hatte sich von Fenster zu Fenster gehangelt. 

Dies fiel einer Mitgefangenen auf - die Feuerwehr musste den Fassadenkletterer mit einer Leiter herunterholen. Die Frau hatte dem Angeklagten nach Angaben des Gerichtssprechers damals keine Besuchserlaubnis erteilt.

Ursprünglich war der Prozess im Amtsgericht Vechta für Montag terminiert, jedoch erschien der Angeklagte nicht. Er stellte sich Dienstag der Polizei, verbrachte eine Nacht im Gefängnis und trat am Mittwoch vor die Richterin. 

Er erhielt neben den drei Wochen Jugendarrest wiederum 30 Sozialstunden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Sprecher zufolge vier Wochen Dauerarrest, die Verteidigung lediglich eine Arbeitsauflage gefordert.

Nach Medienberichten beeindruckte der 19-Jährige die junge Frau, die aus dem Gefängnis heraus Schluss gemacht hatte, mit seiner Klettertour derart, dass beide wieder ein Paar sind.

Weitere kuriose Anklage

Neben diesem Hausfriedensbruch war in der Verhandlung vor dem Amtsgericht am Mittwoch auch fünfmal Fahren ohne Fahrerlaubnis angeklagt.

Der Mann war mit diesem Delikt schon in der Vergangenheit aufgefallen und hatte als Arbeitsauflage 30 Sozialstunden bekommen. 

Zu der Arbeitsstelle, wo er diese ableisten sollte, fuhr er dann nach eigenen Angaben aber mit dem Auto seines Bruders - obwohl er immer noch keinen Führerschein besaß.

Titelfoto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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