Obdachloser gestorben? Leiche unter S-Bahn-Brücke gefunden

Hamburg – Unter einer S-Bahn-Brücke in Hamburg ist in den kalten Wintertagen die Leiche eines Mannes gefunden worden.

Obdachlose Menschen haben ihren Schlafplatz unter einer Brücke an der Helgoländer Allee aufgebaut.
Obdachlose Menschen haben ihren Schlafplatz unter einer Brücke an der Helgoländer Allee aufgebaut.  © Christian Charisius/dpa

Einen Medienbericht, dass es sich um einen Obdachlosen handeln soll, bestätigte die Polizei am Donnerstag zunächst nicht.

Die Identifizierung sei noch nicht abgeschlossen. Auch zur Todesursache machte die Polizei bislang keine Angaben.

Laut Sprecher war die männliche Leiche am Mittwoch an der Helgoländer Allee gefunden worden. Nach ersten Erkenntnissen erschien ein flüchtiger Bekannter des Mannes bei der Polizei und berichtete von dem Todesfall.

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Der Leichnam wurde anschließend mit einem Rettungswagen in das Institut für Rechtsmedizin gebracht, berichtete die Polizei weiter. Das Alter des Mannes werde auf 55 bis 65 Jahre geschätzt.

Der Verein "Leben im Abseits" schrieb auf Facebook: "Wieder hat ein Mensch sein Leben auf Hamburgs Straßen verloren."

Wiederholt sei der Mann auf das Winternotprogramm aufmerksam gemacht worden. Er habe aber auf keinen Fall in eine Massenunterkunft gewollt.

Das sei bereits der 13. Tote in diesem Winter in Hamburg.

Die Linke fordert: Leerstehende Hotels sollen für Obdachlose öffnen

Ein Sprecher der Sozialbehörde erklärte, diese Zahl sei nicht richtig. Er verwies auf eine Ende Januar erteilte Antwort des Senats auf eine CDU-Anfrage. Dort werden für den Zeitraum 1. bis 16. Januar sieben Fälle von Wohnungslosen aufgelistet, die tot auf Hamburgs Straßen gefunden wurden.

Die Fraktion Die Linke forderte, die Stadt müsse endlich leerstehende Hotels für obdachlose Menschen öffnen. "Die Bereitstellung weniger Einzelzimmer und dann auch noch für eine ganz spezifische Gruppe reicht nicht."

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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