Feiern und Sommer genießen? Polizei räumt Partyzone

Hamburg - Langsam wird offensichtlich, dass Alkoholverbote an beliebten Orten in Hamburg zu sichtbarem Ausweichen führen. Die jungen Leute suchen sich andere Plätze, um mit Freunden Zeit zu verbringen und dabei ein Bier zu trinken.

Die jungen Leute gehen, zurück bleiben Polizisten und Müll.
Die jungen Leute gehen, zurück bleiben Polizisten und Müll.  © Blaulicht-News.de

Inzwischen sind die Corona-Regeln so weit gelockert, dass sich wieder zehn Menschen aus beliebig vielen Haushalten in Hamburg im Freien treffen dürfen. Auch das Wetter spielt mit.

Zeitgleich hat der Senat aber ein Alkoholverbot an bestimmten öffentlichen Orten erlassen. Seit 11. Juni ist es dort verboten, unter der Woche zwischen 14 Uhr und 6 Uhr auf Wegen, Straßen und Plätzen sowie in folgenden Grünanlagen und Parks Alkohol zu trinken. Am Wochenende gilt das Verbot ganztägig.

Das gilt in den bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders beliebten Bereichen Sternschanze, Kiez, Jungfernstieg, Binnenalster, Landungsbrücken und an weiteren Orten. Die vollständige Liste ist lang und auf hamburg.de einzusehen.

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Es bleiben nicht mehr viele Orte übrig, um das Jungsein und die Freiheit zu genießen. Daher verwundert es nicht, dass sich am Winterhuder Kai und im gegenüberliegenden Hayns Park mehr Menschen treffen als üblich. Das hat nun die Polizei auf den Plan gerufen.

Partys bedeuten für Anwohner hohe Belastung

Ein Polizeiboot holt die jungen Leute vom Wasser.
Ein Polizeiboot holt die jungen Leute vom Wasser.  © Blaulicht-News.de

Die Anwohner sind schon länger von Lärm und Müll genervt. Besonders bei dem aktuellen Sommerwetter treffen sich hier abends oft Hunderte junge Leute. Dabei hinterlassen einige ihren Abfall auf den Rasenflächen und leider auch im Wasser des Alsterkanals, andere sollen in die Vorgärten der Villen gepinkelt haben.

Gegen 21 Uhr rückte daher die Polizei an. Die Beamten sprachen die Menschen an und räumten den Bereich. Auf dem Wasser waren Polizisten im Einsatz. Von ihrem Boot aus forderten sie trinkende Schlauchbootfahrer auf, nach Hause zu fahren.

Festnahmen oder Beschlagnahmungen gab es keine. Zurück blieben Flaschen und anderer Müll. Kurz nach der Räumung erschienen drei Jugendliche und sammelten zum Staunen der Polizisten den Abfall in der Anlage auf. Das sei nicht das erste Mal, wie sie einem Reporter berichteten. Seit diesem Sommer gebe es in dem Bereich "unhaltbare Zustände".

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Das hat die Politik anscheinend auch bereits auf dem Zettel und denkt über eine Ausweitung des Alkoholverbots nach. Vermutlich würde das nur eine neue Verschiebung des eigentlichen Problems bedeuten: kein Raum für Jugendliche und junge Erwachsene in Zeiten von Corona, die das Leben genießen wollen.

Titelfoto: Blaulicht-News.de

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