Flaschenwürfe und Festnahmen: So verlief der 1. Mai in Hamburg

Hamburg - Nach ansonsten friedlichem Verlauf sind die Mai-Demonstrationen linker und linksextremer Gruppen in Hamburg mit einigen Festnahmen zu Ende gegangen.

Polizisten nehmen am späten Abend eine Demonstrantin in Gewahrsam.
Polizisten nehmen am späten Abend eine Demonstrantin in Gewahrsam.  © Jonas Walzberg/dpa

Nach Angaben der Polizei wurden am späten Sonntagabend in Wilhelmsburg Einsatzkräfte aus einem Demonstrationszug heraus angegriffen.

Kurz vor dem Ziel der Demo am S-Bahnhof Veddel sei unter anderem eine Flasche auf Beamte geworfen worden. "Mindestens zwei Personen wurden festgenommen", sagte ein Sprecher. Zuvor war der Zug mit laut Polizei 850 Teilnehmern bereits mehrfach wegen des Zündens von Pyrotechnik gestoppt worden.

Zwei weitere 1. Mai-Demos, zu denen Linksextremisten aufgerufen hatten und an denen laut Polizei insgesamt rund 3500 Menschen teilnahmen, waren zuvor friedlich zu Ende gegangen. Die Polizei zog eine überwiegend positive Bilanz: "Tausende Menschen haben gezeigt, wie man friedlich und verantwortungsvoll demonstriert", sagte Sprecherin Sandra Levgrün.

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Unter dem Motto "Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten" zogen Sonntagmittag dann rund 2000 Demonstranten durch die Hamburger Hafencity. In Sprechchören wurde "Wer hat, der gibt. Wer nicht gibt, wird enteignet" skandiert.

In dem Demonstrationszug Richtung Binnenalster liefen auch viele Linksautonome mit. Größere Zwischenfälle gab es nicht. Eine Person sei nach einer Überprüfung am Rande der Demo in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Demonstrationen in Barmbek und Wilhelmsburg

Polizisten stehen um den Demonstrationszug unter dem Motto "Verboten gut - Anarchismus in die Offensive - Anarchistischer 1. Mai" in Wilhelmsburg.
Polizisten stehen um den Demonstrationszug unter dem Motto "Verboten gut - Anarchismus in die Offensive - Anarchistischer 1. Mai" in Wilhelmsburg.  © Jonas Walzberg/dpa

Am Nachmittag folgten laut Polizei etwa 1500 Demonstranten dem Aufruf des Roten Aufbaus zur "Revolutionären 1. Mai"-Demo - und damit deutlich mehr als vom Anmelder erwartet. Der hatte mit 500 Teilnehmern gerechnet. Ohne größere Zwischenfälle führte der Demonstrationszug unter dem Motto "Kapitalismus ist Pandemie, Krieg und Krise" vom Berliner Tor nach Barmbek.

Zu der Demonstration am Abend in Wilhelmsburg hatte das Bündnis "Schwarz-Roter 1. Mai" aufgerufen. Das Motto: "Verboten gut - Anarchismus in die Offensive".

Kurz nach dem Start blockierte die Polizei den Zug bereits das erste Mal, da Pyrotechnik gezündet wurde, viele Demonstranten vermummt waren und von Transparenten verdeckt unter einem Dach aus schwarzen Regenschirmen losmarschieren wollten. Ohne Schirme durfte der Zug schließlich nach knapp einer Dreiviertelstunde loslaufen.

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Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie gab es in diesem Jahr keine Beschränkungen für Versammlungen. Im vergangenen Jahr waren die Demonstrationen coronabedingt ganz untersagt worden.

Titelfoto: Jonas Walzberg/dpa

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