Achtung, Flirtfalle! So kündigt Ihr Verträge bei Parship und Co.

Hamburg - Pünktlich zum Valentinstag hat die Verbraucherzentrale Hamburg auf Fallstricke hingewiesen, die in der Welt der digitalen Partnervermittlung auf Kunden lauern.

Versteckte Kostenfalle: Bei vielen Partnervermittlungen verlängert sich die Mitgliedschaft automatisch.
Versteckte Kostenfalle: Bei vielen Partnervermittlungen verlängert sich die Mitgliedschaft automatisch.  © Henrik Josef Boerger/dpa-tmn

Für Liebeshungrige kann vor allem die Kündigungsfrist zum echten Problem werden.

Denn oftmals ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Online-Partnervermittlern vorgesehen, dass sich der Vertrag nach seiner Laufzeit einfach automatisch verlängert. Wer nicht rechtzeitig an die Kündigung denkt, zahlt dann ordentlich drauf!

Was aber viele nicht wissen: Solche Klauseln sind oftmals schlichtweg unwirksam. "Nach Auffassung der Verbraucherschützer können Verträge mit Partnervermittlungsportalen ohnehin jederzeit gekündigt werden", heißt es in einer Erklärung der Verbraucherzentrale Hamburg.

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Demnach könnten Betroffene ihren Vertrag jederzeit und ohne konkrete Gründe kündigen. Sie seien überhaupt nicht an Fristen gebunden, auch wenn es in den Geschäftsbedingungen zunächst anders klingen mag.

Partnersuchende zahlen häufig einen bestimmten Betrag zu Beginn der Vertragslaufzeit, unabhängig davon, ob das Portal am Ende auch für den ganzen Zeitraum genutzt wird. Denn die monatlichen Kosten sind dann übers Jahr gerechnet oft günstiger.

"Im Voraus gezahlte Mitgliedsbeiträge werden ehemaligen Kunden oft nicht erstattet. Die Vermittlungsportale stellen auf stur und lassen die Anfragen von Betroffenen ins Leere laufen", berichtet Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Sie rät daher eher zu einer monatlichen Zahlweise und zu einer Bezahlung per SEPA-Lastschrift. Wenn sich Euer Vertrag also bereits verlängert hat, obwohl Ihr das Portal gar nicht mehr nutzen wollt, solltet Ihr Euch rechtlichen Rat holen und das Geld gegebenenfalls zurückbuchen lassen.

Auf ihrer Website erläutert die Verbraucherzentrale, wie Betroffene ihr Geld in so einem Fall am besten zurückfordern können.

Bei Kontaktbörsen gilt eine andere Rechtsgrundlage

Bei Kontaktbörsen wie Tinder sieht die Rechtslage anders aus.
Bei Kontaktbörsen wie Tinder sieht die Rechtslage anders aus.  © Catherine Waibel/dpa-tmn

Noch besser ist es natürlich, wenn Ihr solchen Problemen vorbeugt und den Vertrag vor Ablauf der genannten Fristen kündigt.

Außerdem macht es einen Unterschied, ob es sich bei dem Portal um eine Partnervermittlung handelt, zu der etwa Parship zählt, oder um eine Kontaktbörse, unter die beispielsweise Tinder fällt.

Hier gilt dann eine andere Rechtslage, da die Kunden lediglich für eine Nutzung der Plattform, nicht aber für gezielte Partnervorschläge oder Persönlichkeitstests bezahlen.

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Bei Verträgen mit Kontaktbörsen sind Verbraucher dann tatsächlich an die vereinbarte Vertragslaufzeit gebunden, eine fristlose Kündigung ist nicht mehr möglich.

Titelfoto: Henrik Josef Boerger/dpa-tmn

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