Gas-Mangel in Hamburg? "Niemand wird im Winter frieren müssen!"

Hamburg - Um einen Gas-Mangel im Winter abzuwenden, hat die Stadt Hamburg ein ehrgeiziges Programm zum Energiesparen vorgestellt. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne, 56) sieht die Kommune gut aufgestellt.

Jens Kerstan (56, Grüne) ist Umweltsenator in Hamburg.
Jens Kerstan (56, Grüne) ist Umweltsenator in Hamburg.  © Jonas Walzberg/dpa

Es klang ein bisschen nach Angela Merkels (68, CDU) "Wir schaffen das", als Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne, ) am Dienstag den neuen 25-Punkte-Plan zum Energiesparen der Stadt vorstellte. "Niemand wird in Hamburg im Winter frieren müssen", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (56, Grüne).

"Wir unternehmen alles, um einen Gasmangel zu vermeiden. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen", sagte Jens Kerstan. "Die Hamburger brauchen sich keine Sorgen machen, dass wir diesen Winter zu wenig Energie haben werden."

Wegen der reduzierten russischen Lieferungen im Ukraine-Krieg muss Hamburg 40 Prozent des Gasverbrauches einsparen oder ersetzen. Hamburg braucht Gas insbesondere zum Heizen und zur Stromerzeugung. Doch die Stadt habe vorgesorgt. "Hamburg sitzt am Schnittpunkt von Gaspipelines aus Norwegen und den Niederlanden. Zudem erhalten wir Flüssiggas aus den USA. Ohne Fracking", wie der Grünen-Politiker betonte.

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Mehrere Gaskraftwerke würden für den Betrieb mit Erdöl umgerüstet. "Die Unternehmen bunkern bereits Öl", sagte Kerstan.

Müssen die Hamburger die Gasumlage zahlen?

Die Senatoren stellten im Hamburger Rathaus ihren 25-Punkte-Plan zum Energiesparen vor.
Die Senatoren stellten im Hamburger Rathaus ihren 25-Punkte-Plan zum Energiesparen vor.  © Jan Iven/TAG24

Die Stadt Hamburg plant zudem, beim kommunalen Energieversorger die Gasumlage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde für die Kunden zu übernehmen. "Wir prüfen derzeit die rechtlichen Möglichkeiten", sagte Kerstan.

Die Gasumlage wird zunächst von den Energieversorgern gezahlt, um damit die Gasanbieter zu unterstützen. Die Unternehmen können die Umlage an die Kunden weiterreichen. Hamburg möchte das vermeiden.

Finanzsenator Andreas Dressel (47, SPD) spekulierte zudem, dass auch private Anbieter möglicherweise auf eine Weitergabe verzichten werden, um die Diskussion um die Einführung einer Übergewinnsteuer nicht weiter anzuheizen.

Härtefallfond für Bedürftige

Die Senatoren kündigten zudem an, dass es einen Härtefallfond geben werde, damit keinem Hamburger Strom oder Heizung abgestellt werden müsse. Umweltsenator warnte zudem intensiv davor, die Wohnung mit elektrischen Heizlüftern zu heizen. "Damit kann man sich ruinieren. Heizlüfter verbrauchen viermal so viel Strom und sind viermal so teuer wie Heizungen", sagte Kerstan.

Mit dem 25-Punkte Plan will die Stadt Hamburg vor allem Energie in ihren eigenen Gebäuden sparen. Soll etwa die Temperatur in Büros im Winter auf 20 Grad reduziert werden, im Sommer darf die Temperatur nur noch auf 26 Grad runtergekühlt werden. Zudem wird die Energieeffizienz insgesamt gesteigert. Beleuchtung von Straßen, Parks und Denkmälern wird eingeschränkt, viele Brunnen und sogar die Alsterfontäne werden abgeschaltet.

"Wir machen jetzt erst einmal alles, was geht", erklärte Umweltsenator Kerstan.

Titelfoto: Jonas Walzberg/dpa

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