Gesundheitliche Schäden durch ätzende Partikel? Verwaltungsgericht weist Klagen zurück

Schleswig - Das Verwaltungsgericht in Schleswig verhandelt seit Mittwoch mehrere Klagen von Anwohnern gegen Partikelemissionen des Kraftwerks Wedel (Kreis Pinneberg).

Das Verwaltungsgericht in Schleswig verhandelt seit Mittwoch mehrere Klagen von Anwohnern gegen Partikelemissionen des Kraftwerks Wedel (Kreis Pinneberg). (Symbolbild)
Das Verwaltungsgericht in Schleswig verhandelt seit Mittwoch mehrere Klagen von Anwohnern gegen Partikelemissionen des Kraftwerks Wedel (Kreis Pinneberg). (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Im Wohngebiet der Kläger gehen in unregelmäßigen Abständen Partikel nieder, die auch aus dem Schornstein des Kraftwerks stammen, wie das Gericht mitteilte.

Nach Ansicht der Anwohner sind diese gesundheits- und materialschädigend. Sie hätten beispielsweise schon zu Schäden an im Wohngebiet abgestellten Autos geführt.

Auch gesundheitliche Schäden durch die ätzenden Partikel insbesondere Augenschäden befürchten die Kläger.

Sie wollen, dass das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) der Wärme Hamburg GmbH, die das Kraftwerk betreibt, den weiteren Betrieb untersagt, bis sichergestellt ist, dass von den Partikeln keine gesundheits- oder materialschädigende Wirkung ausgeht.

Beziehungsweise soll das LLUR eine nachträgliche Anordnung erlassen, dass die Wärme Hamburg sicherstellt, dass im Wohngebiet der Kläger keine Partikel aus dem Kraftwerk mehr niedergehen. Beides lehnt das LLUR ab.

Gesundheitsgefahren und Lackschäden durch Partikelemissionen sind nach Auffassung des LLUR ausgeschlossen.

Update, 21.50 Uhr: Verwaltungsgericht weist Klagen gegen Kohlekraftwerk Wedel zurück

Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat am Mittwoch mehrere Klagen von Anwohnern gegen das Kohlekraftwerk Wedel bei Hamburg zurückgewiesen.

Die von Partikelemissionen ausgehenden Verschmutzungen gingen allenfalls geringfügig über die normale Alltagsverschmutzung hinaus, hieß es in einer Pressemitteilung.

Sie seien deshalb nicht als erhebliche Belästigung oder Nachteil anzusehen, was nach dem Gesetz Voraussetzung für ein Einschreiten gegen die Kraftwerksbetreiberin sei.

Vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eingeholte Gutachten seien zu dem Ergebnis gekommen, dass Umwelt- oder Gesundheitsschäden durch die Partikelemissionen des Kraftwerks nicht zu erwarten seien. Die Gutachten seien überzeugend und von den Klägern nicht hinreichend substantiiert angegriffen worden, hieß es.

Gegen die sieben Urteile kann die Zulassung der Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht beantragt werden.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0