35er-Inzidenz überschritten! Was bedeutet das für Hamburg?

Hamburg - In Hamburg haben die Corona-Infektionen erstmals seit Mitte April wieder den sogenannten Inzidenzwert von 35 überschritten.

Der Hamburger Senat bereitet weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Virus vor.
Der Hamburger Senat bereitet weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Virus vor.  © Christian Charisius/dpa

Mit 125 neuen Ansteckungen am Donnerstag kletterte der von der Gesundheitsbehörde errechnete Wert auf 36,1, wie sie mitteilte. 

Er gibt die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner an. Am Mittwoch hatte er noch bei 34,1 gelegen.

Damit werden strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wahrscheinlicher. Denn nach einer neuen Regel sollen diese schon ergriffen werden, wenn der Inzidenzwert drei Tage lang über der 35er-Marke liegt, wie der Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte. 

Bislang galt ein Inzidenzwert von 50 als Grenze, ab dem spätestens schärfere Maßnahmen ergriffen werden müssen. 

Bislang stand lediglich fest, dass ab der Schwelle 35 in Hamburg Fußballspiele nur noch vor maximal 1000 Zuschauern stattfinden dürfen und ab einem Wert von 50 Feiern im privaten Rahmen auf höchstens 10 Teilnehmer und in angemieteten Räumen auf höchstens 25 Teilnehmer beschränkt werden. 

Der Senat bereite je nach epidemiologischer Analyse des Geschehens weitere geeignete Maßnahmen vor, sagte Helfrich, ohne Einzelheiten zu nennen.

Rund 60 Corona-Patienten in Hamburger Krankenhäusern

Ein Schild mit Hygieneregeln steht am Haupteingang des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf (UKE).
Ein Schild mit Hygieneregeln steht am Haupteingang des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf (UKE).  © Christian Charisius/dpa

Hamburg legt seit Ende September einen selbst errechneten Inzidenzwert zugrunde, nachdem es immer wieder zu Abweichungen mit dem vom Robert Koch-Institut (RKI) genannten Wert gekommen war. Auch am Donnerstag gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz für Hamburg nur mit 27,1 an.

Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie bestätigten Infektionen erhöhte sich auf 8668. Etwa 6900 Infizierte können nach RKI-Schätzung inzwischen als genesen angesehen werden.

In Hamburger Krankenhäusern wurden 59 Covid-19-Patienten behandelt, zwei mehr als am Vortag. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen bleibt unverändert bei zwölf.

Bislang starben in Hamburg nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf 241 Menschen an Covid-19. Die Zahl blieb auch am Donnerstag unverändert. Das RKI nannte für die Hansestadt 276 Tote, zwei mehr als am Vortag.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde lässt alle gestorbenen Corona-Patienten obduzieren. Das Institut für Rechtsmedizin zählt auf dieser Grundlage dann alle Fälle, bei denen jemand einer Covid-19-Erkrankung erlegen ist. 

Das RKI zählt alle Personen, die im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben sind.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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