Wegen Corona: 22 Hamburger Gefangene vorzeitig entlassen

Hamburg - Wer in der Weihnachtszeit aus dem Gefängnis entlassen wird, hat es besonders schwer, wieder Fuß zu fassen.

Häftlinge schauen aus den Fenstern eines Hamburger Gefängnisses.
Häftlinge schauen aus den Fenstern eines Hamburger Gefängnisses.  © Christian Charisius/dpa

Bei guter Führung können in Hamburg Menschen mit kleineren Vergehen darum einige Wochen früher entlassen werden. In diesem Jahr kam noch eine Art Corona-Bonus hinzu.

Wegen der Corona-Pandemie konnten 22 Gefangene die Haft sogar schon einen Monat eher als vom Gesetz eigentlich vorgesehen verlassen, wie die Justizbehörde mitteilte. Die Straftäter seien bereits Ende Oktober freigekommen.

Die vorzeitige Entlassung solle den Gefangenen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft in Zeiten der Pandemie erleichtern, hieß es.

Die traditionelle Weihnachtsamnestie war 2018 neu im Hamburgischen Strafvollzugsgesetz geregelt worden. Statt Gnadenerweisen durch die Behörde auf individuellen Antrag prüfen nun die Gefängnisleitungen von sich aus, wer für eine maximal fünf Wochen vorgezogene Entlassung infrage kommt.

Bedingung dafür ist, dass die Betroffenen eine Freiheitsstrafe oder eine Ersatzfreiheitsstrafe von weniger als einem Jahr verbüßen. Ihr reguläres Entlassungsdatum muss in die Zeit zwischen dem 1. November und dem 6. Januar fallen. Außerdem müssen sie seit mindestens drei Monaten einsitzen und dürfen sich dort nichts haben zuschulden kommen lassen.

Ausgenommen von der vorzeitigen Entlassung sind auch Gefangene, bei denen eine Ausweisung, Abschiebung oder Auslieferung zu erwarten ist.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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