Hamburgs Schulsenator Rabe sorgt mit YouTube-Video für Wirbel

Hamburg - Was soll das denn?! Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (59, SPD) hat mit einem YouTube-Video für mächtig Wirbel gesorgt.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe spricht vor der Bürgerschaft.
Hamburgs Schulsenator Ties Rabe spricht vor der Bürgerschaft.  © Daniel Reinhardt/dpa

Obwohl Ärzte, Bundeskanzelerin Angela Merkel und zahlreiche Politiker immer wieder die Bevölkerung dazu aufrufen, möglichst zu Hause zu bleiben, muntert der SPD-Politiker die Eltern dazu auf, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Seit mehreren Tagen setzt sich Ties Rabe für sein Video-Format "Frag' den Rabe" vor die Kamera und zeichnet rund dreiminütige Filmchen auf.

In einem schoss er allerdings den Vogel ab. Denn der 55-Jährige erklärte: "Es kann auch mal sein, dass einem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Bevor die Kinder in Hamburg durch die Einkaufszentren ziehen und sich dort anstecken, da ist dann doch die Schule der bessere und sicherere Ort."

Eine Notbetreuung bekomme in Hamburg jeder, der sie brauche, sagte Rabe. Schließlich gibt es in der Hansestadt die verlässliche Ganztagsschule, die besagt, dass zwischen 8 und 16 Uhr eine Beaufsichtigung von Kindern gewährleistet sein muss.

Ob dies allerdings in Zeiten des Coronavirus sein muss, bleibt fraglich.

Die Aussagen von Rabe ermutigen Eltern doch, ihre Kindern, wenn sie mal einen ruhigen Tag verbringen wollen, einfach in die Schule zu schicken. So wird das nichts mit der erhofften Eindämmung des Coronavirus.

Lehrergewerkschaft äußert Unverständnis

Kinder arbeiten derzeit zu Hause am Lernstoff.
Kinder arbeiten derzeit zu Hause am Lernstoff.  © Ulrich Perrey/dpa/dpa-tmn

Kein Wunder, dass die Lehrergewerkschaft Hamburgs Schulsenator für dessen Aussagen in einer Pressemitteilung scharf kritisierte: "Das ist entgegen aller wissenschaftlichen Forderungen eine Teilöffnung der Schulen und entspricht in keiner Weise der Stellungnahme des Bürgermeisters zum Coronavirus und konterkariert alle Eindämmunsversuche gegen das Virus durch Schulschließungen."

Mit seinen Aussagen gefährdet der Schulsenator bewusst die Gesundheit von Familien.

Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde, erklärte der Bild: "Tut er keineswegs. Wir setzen auf den verantwortlichen Umgang der Eltern in der besonderen Situation. Und das völlig zu Recht: Weniger als 700 Schüler nehmen die Notbetreuung wahr."

Vielerorts sind noch nicht einmal zehn Kinder in der Notbetreuung. Viele Eltern haben sich so arrangiert und betreuen ihre Kinder selbst oder haben andere Wege gefunden.

Warum Schulsenator Rabe dennoch die Eltern dazu aufruft, ihre Kinder in die Schule zu schicken, weiß wohl nur er selbst.

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