Protest am Flughafen: Verdi befürchtet massiven Personalabbau

Hamburg - Am Hamburger Flughafen haben am Freitag rund 300 Beschäftigte von Luftverkehrsunternehmen auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht und für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Tarifstandards demonstriert.

Beschäftigte des Luftverkehrs protestieren vor dem Flughafen Hamburg.
Beschäftigte des Luftverkehrs protestieren vor dem Flughafen Hamburg.  © Markus Scholz/dpa

"Mit Kurzarbeitergeld, Staatshilfen und Krediten wird zwar den Unternehmen unter die Arme gegriffen, aber auch die Beschäftigten müssen die Corona-Krise überstehen", sagte Natale Fontana, Fachbereichsleiter Verkehr der Gewerkschaft Verdi in Hamburg. 

Wegen der Corona-Auflagen war die Zahl der Demonstranten beschränkt. 

Ein Teil von ihnen entrollte Transparente im Terminal 1, über das gegenwärtig der Flugverkehr abgewickelt wird.

Die Hamburger Demonstration war Teil von bundesweiten Protestaktionen an den großen Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin und Köln

Nach Angaben einer Verdi-Sprecherin beteiligten sich insgesamt etwa 1300 Menschen. 

Die Corona-Krise habe der Branche schwer zugesetzt. Abgesehen von Frachtflügen gab es zeitweise so gut wie keinen Flugverkehr. 

Mit der Lockerung der Reisebeschränkungen und dem Beginn der Ferienzeit wird zwar wieder geflogen - aber längst nicht so viel wie sonst um diese Jahreszeit.

Eine Demonstrantin hält ein Schild mit der Aufschrift "Lasst uns nicht im Regen stehen!"
Eine Demonstrantin hält ein Schild mit der Aufschrift "Lasst uns nicht im Regen stehen!"  © Markus Scholz/dpa

Massiver Personalabbau befürchtet

Bei der Lufthansa mit ihren etwa 138.000 Mitarbeitern ringen Management und Gewerkschaften bereits um ein Sparpaket. Verdi befürchtet in der Branche einen "massiven Personalabbau".

Der Vorstand der größten deutschen Fluggesellschaft beziffert den rechnerischen Überhang auf 22.000 Vollzeitstellen, die Hälfte davon in Deutschland.

Nach Verdi-Angaben arbeiten in Deutschland insgesamt etwa 300.000 Menschen in der Luftverkehrsindustrie, rund 240.000 davon befinden sich der Gewerkschaft zufolge derzeit in Kurzarbeit.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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