Welthospiztag: So erschwert Corona die Betreuung sterbenskranker Menschen

Hamburg - Unter dem Motto "Solidarität bis zuletzt" wollen Hospize und Palliativdienste zum Welthospiztag am Samstag auf ihre Arbeit aufmerksam machen.

Eine Hospizmitarbeiterin hält die Hand eines todkranken Menschen, der in einem Hospiz im Bett liegt. (Symbolfoto)
Eine Hospizmitarbeiterin hält die Hand eines todkranken Menschen, der in einem Hospiz im Bett liegt. (Symbolfoto)  © Felix Kästle/dpa

Viele Veranstaltungen an diesem Tag und in der anschließenden Hamburger Hospizwoche finden in diesem Jahr online statt. 

Die Corona-Pandemie habe die Tätigkeit der professionellen und ehrenamtlichen Helfer eingeschränkt, aber nicht völlig unterbrochen, sagte die Leiterin der Hamburger Koordinierungsstelle, Ina Voigt.

Zu keiner Zeit habe es einen Aufnahmestopp in den neun Hamburger Hospizen gegeben. Die Betreuung sterbenskranker Menschen sei auf jeden Fall möglich. 

Mit Schutzausrüstung hätten professionelle Helfer auch Covid-19-Patienten ambulant betreut. Allerdings erschweren die weiterhin geltenden Kontaktbeschränkungen die Arbeit. Voigt betonte jedoch: "Menschliche Nähe und Kontakt sind in dieser Situation essenziell".

Die Pandemie hat das Engagement der Ehrenamtlichen stark beeinträchtigt. Viele der Helfer gehörten selbst zur Risikogruppe und hätten sich im März erst einmal zurückgezogen. Andere hätten Briefe an betreute Kranke geschrieben, Hotlines eingerichtet, Telefonate geführt und Balkonbesuche gemacht, um die Kontakte aufrechtzuerhalten. 

Interessierte können die Arbeit von Hospizmitarbeitern kennenlernen oder an Letzte-Hilfe-Kursen teilnehmen

Teilnehmer eines Letzte-Hilfe-Kurses lernen, wie man das Leiden von Sterbenden lindern kann. (Archivfoto)
Teilnehmer eines Letzte-Hilfe-Kurses lernen, wie man das Leiden von Sterbenden lindern kann. (Archivfoto)  © Caroline Seidel/dpa

Seit dem Sommer gingen wieder mehr Anfragen von Interessierten ein. Oft wollten gerade Menschen im Homeoffice etwas Sinnvolles tun und meldeten sich für eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter an.

In Hamburg gebe es viele Pflegekräfte, Ärzte und mehr als 1200 Ehrenamtliche, die sich um die Bedürfnisse und die Versorgung sterbender Menschen kümmerten, erklärte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) als Schirmherr der Hospizwoche. "Für diese wichtige Arbeit, für dieses besondere Engagement gebührt ihnen Dank und Anerkennung".

Die Veranstaltungen der Hospizwoche finden zum Teil auch in der echten Welt statt. Nach vorheriger Anmeldung können Interessierte bei Spaziergängen mit Hospizmitarbeitern deren Arbeit kennenlernen oder an einem Letzte-Hilfe-Kurs teilnehmen. 

53 renommierte Hamburger Künstler, darunter Udo Lindenberg, Jutta Bauer und Julia Küchmeister, haben darüber hinaus Kunstwerke für die Ausstellung "Zeitenwende und Heimatfieber" gespendet. Bis zum 13. Dezember werden die Bilder zugunsten des Vereins Hamburger Hospiz versteigert.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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