Noch mehr Arbeitslose? Agentur für Arbeit legt neue Zahlen vor

Hamburg - Die Hamburger Agentur für Arbeit stellt am Dienstag (10 Uhr) ihre Daten zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Monat August vor.

Die Arbeitsagentur stellt die Arbeitsmarktentwicklung im August vor. (Archivbild)
Die Arbeitsagentur stellt die Arbeitsmarktentwicklung im August vor. (Archivbild)  © Sina Schuldt/dpa

Mit Spannung wird erwartet, ob die Corona-Krise noch stärker als bislang schon auf den Arbeitsmarkt durchschlägt oder ob sich die Entwicklung stabilisiert.

Im vergangenen Monat hatte die Agentur erstmals seit 15 Jahren wieder mehr als 90.000 Arbeitslose in Hamburg gemeldet. Im Juli waren 91.140 Menschen in der Hansestadt arbeitslos und damit 3365 mehr als im Monat zuvor. 

Das bedeutete einen Anstieg von 3,8 Prozent zum Vormonat und von 35,4 Prozent im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent.

Die Arbeitsagentur interpretierte das als leicht positives Signal, weil die Arbeitslosigkeit nicht stärker stieg als im Vormonat. Auch gingen weniger Anzeigen auf Kurzarbeitergeld ein. Es sei allerdings offen, ob die Talsohle am Hamburger Arbeitsmarkt bereits erreicht sei. 

Zahlen für Schleswig-Holstein werden ebenfalls vorgestellt

Auch über die jüngste Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein wird am Dienstag berichtet. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Arbeitslosen im August zum Vormonat Juli nicht weiter erhöht hat. Im Vorjahresvergleich wird angesichts der Corona-Krise ein starker Anstieg erwartet. 

Im Juli waren im nördlichsten Bundesland 98.800 Frauen und Männer ohne festen Job. Das waren 22,9 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote betrug zuletzt 6,3 Prozent.

Update, 10.35 Uhr: Arbeitslosigkeit geht leicht zurück

Die Arbeitslosigkeit in Hamburg ist im August leicht zurückgegangen. Es waren 89.807 Hamburgerinnen und Hamburger arbeitslos gemeldet und damit 1333 oder 1,5 Prozent weniger als im Juli, teilte die Agentur für Arbeit am Dienstag in der Hansestadt mit. 

Trotz der leichten Besserung hat die Corona-Krise den Hamburger Arbeitsmarkt weiter fest im Griff. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 23.134 Personen oder 34,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag mit 8,4 Prozent leicht unter dem Juli (8,5 Prozent), aber um 2,1 Punkte über dem Vorjahreswert von 6,3 Prozent.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 1700 auf 998.400 (Stand Juni). Damit unterschreitet Hamburg wieder die Marke von einer Million Beschäftigten, die im vergangenen Jahr erstmals überschritten wurde. 

Auch in Schleswig-Holstein ist die Arbeitslosigkeit im August im Vergleich zum Vormonat gesunken. Wie die Agentur für Arbeit am Dienstag berichtete, sind derzeit im Norden 97.600 Frauen und Männer ohne festen Job. 

Das sind 1,2 Prozent weniger als im Juli. Im Vorjahresvergleich gab es infolge der Corona-Krise einen Anstieg um 23,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 6,2 Prozent, nach 6,3 Prozent im Juli und 5,0 Prozent vor einem Jahr..

"In Schleswig-Holstein hat sich im August die Lage am Arbeitsmarkt aufgehellt", sagte die Regionaldirektorin der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann. "Ein positiver Impuls war dabei, dass viele Betriebe auch in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie ihre geplanten Personaleinstellungen nach dem Ende der Sommerferien umgesetzt haben." 

Seit Beginn der Corona-Krise haben den Angaben zufolge insgesamt 30.000 Betriebe für 348.200 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das sind 37,6 Prozent aller Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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