So grün soll es jetzt nach dem Kohle-Aus in Moorburg werden

Hamburg - Grüner Wasserstoff statt dreckiger Kohle! Am Standort des lange umstrittenen und inzwischen vom Netz gegangenen Kohlekraftwerks Hamburg-Moorburg soll es künftig umweltfreundlicher zugehen.

Vom Hamburger Hafen ist das Kohlekraftwerk Moorburg gut zu sehen. (Archivbild)
Vom Hamburger Hafen ist das Kohlekraftwerk Moorburg gut zu sehen. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Der Ölkonzern Shell, der Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI), der bisherige Kraftwerksbetreiber Vattenfall sowie die kommunale Wärme Hamburg haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie die Umweltbehörde am Freitag mitteilte.

Neben dem Bau eines Elektrolyseurs mit mindestens 100 Megawatt Leistung sei die Entwicklung des Standorts zu einem sogenannten Green Energy Hub vorgesehen. Dabei soll auch untersucht werden, wie die bestehende Infrastruktur zur Energieerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien genutzt werden kann.

Sollten die Partner über ihre Absichtserklärung hinausgehen und sich tatsächlich für Investitionen entscheiden, könnte von 2025 an grüner Wasserstoff erzeugt werden.

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Zur Verwirklichung des Projekts sollen noch im ersten Quartal bei der Europäischen Union Fördermittel im Rahmen des Programms "Important Projects of Common European Interest" (IP CEI) beantragt werden.

Der Standort Moorburg ist aus Sicht der Partner ideal, weil er sowohl an das nationale 380.000 Volt-Übertragungsnetz als auch an das 110.000 Volt-Netz der Stadt angebunden ist, Überseeschiffe ihn direkt anlaufen und die Kai- und Hafenanlage als Importterminal nutzen können. Zudem seien in der Nähe zahlreiche potenzielle Abnehmer für grünen Wasserstoff angesiedelt.

Das sagen Regierungsvertreter dazu

In einem Elektrolyseurs wird Wasserstoff produziert. (Symbolbild)
In einem Elektrolyseurs wird Wasserstoff produziert. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

"Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für die Energiewendestadt Hamburg", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (54, Grüne). Im grünen Wasserstoff liege ein großer Hebel zur Erreichung der Klimaziele.

Auch Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (63, parteilos) zeigte sich begeistert: "Mit dieser Ankündigung wird ein großer Schritt hin zu einer langfristigen Dekarbonisierung des Hafens sowie einer wettbewerbsfähigen Wasserstoffwirtschaft in der Metropolregion Hamburg geleistet."

Noch befindet sich am Standort das lange umstrittene Steinkohlekraftwerk Moorburg, das erst 2015 als eines der größten in Europa ans Netz gegangen war und im vergangenen Dezember den kommerziellen Betrieb eingestellt hatte, nachdem Vattenfall von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für eine Stilllegungsprämie erhalten hatte.

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Noch bis zum Sommer kann das Kraftwerk nach Vattenfall-Angaben im Notfall Strom liefern.

Wasserstofffabrik soll weltweites Vorbild sein

In Moorburg soll Wasserstoff aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. (Symbolbild)
In Moorburg soll Wasserstoff aus erneuerbaren Energien hergestellt werden. (Symbolbild)  © Bernd Settnik/dpa

"Vattenfall will innerhalb einer Generation ein fossilfreies Leben ermöglichen und wir werden unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weiter ausbauen", sagte Deutschland-Chef Christian Barthélémy.

Moorburg verfüge über die Infrastruktur, die für die Produktion von Wasserstoff in großem Stil aus erneuerbaren Energien wie Offshore-Wind nötig sei. "Deshalb freuen wir uns, dass wir die Stadt und den Industriestandort Hamburg darin unterstützen können, ihre ambitionierten Klimaziele umzusetzen."

Nach Ansicht von MHI-Vorstand Kentaro Hosomi wird der Bau einer voll in die Hamburger Industrie-Infrastruktur integrierten grünen Wasserstofferzeugung Europa und der Welt zeigen, "dass die Wasserstoffwirtschaft real ist und erheblich zur Dekarbonisierung des Energiesystems und der Schwerindustrie beitragen kann".

Für den Deutschland-Chef des Ölkonzerns Shell, Fabian Ziegler, wiederum wird grüner Wasserstoff künftig eine sehr große Rolle im Energiesystem spielen "und damit auch für uns". Er betonte: "Wir halten das Projekt des Konsortiums zusammen mit der Stadt Hamburg für beispielhaft."

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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