Coronavirus: Muss der HSV seinen Traum vom Aufstieg begraben?

Hamburg - Der Coronavirus hat auch vor dem Fußball keinen Halt gemacht. Am vergangenen Freitag wurde der 26. Spieltag der 2. Bundesliga nur wenige Stunden vor dem Anpfiff abgesagt.

HSV-Boss Bernd Hoffmann hofft auf eine Saisonfortsetzung.
HSV-Boss Bernd Hoffmann hofft auf eine Saisonfortsetzung.  © Daniel Reinhardt/dpa

Am Montag wird sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) voraussichtlich für die Einstellung des Spielbetriebes bis zum 2. April einsetzen.

Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen.

"Wir wollen erst einmal bis Dienstag abwarten, weil am Montag auf der Vollversammlung über Maßnahmen diskutiert wird, wie die Liga jetzt weiter vorgehen wird und ob es realistisch ist, dass wir am 6. April gegen Stuttgart spielen", sagte HSV-Trainer Dieter Hecking.

Großes Ziel aller Beteiligten dürfte aber wohl eine Beendigung der laufenden Saison 2019/20 bis zum Sommer sein.

Die DFL ist sich bewusst, dass ein vorzeitiger Saisonabbruch für einige Vereine existenzbedrohende Konsequenzen mit sich bringen würde.

"Ganz wichtig für ein Unternehmen wie den HSV ist, dass die Saison in der 2. Liga zu Ende gespielt wird. Das ist ganz entscheidend, das ist das wirtschaftliche Rückgrat unseres Klubs. Das wird ganz, ganz wichtig sein", sagte Vorstandsboss Bernd Hoffmann bei NDR 90,3.

Dem ohnehin schon klammen HSV würden bei einem Abbruch Liquiditätsengpässe drohen, im Zweifelsfall sogar die Insolvenz.

Zukunft vieler Spieler ist ungewiss

War die Partie gegen Jahn Regensburg das letzte Spiel von Kapitän Aaron Hunt im HSV-Dress?
War die Partie gegen Jahn Regensburg das letzte Spiel von Kapitän Aaron Hunt im HSV-Dress?  © Daniel Bockwoldt/dpa

Zudem laufen bei allen Vereinen zahlreiche Spieler-Verträge zum 30. Juni 2020 aus. So auch beim HSV. Die Arbeitspapiere von unter anderem Kapitän Aaron Hunt oder Timo Letschert enden genauso an diesem Datum, wie auch die Leihverträge von Louis Schaub, Adrian Fein oder Jordan Beyer. Was mit ihnen geschieht, wenn die Saison tatsächlich über den Juni hinaus geht, ist offen.

Für den HSV hängt allerdings noch viel mehr von der Entscheidung der DFL in den kommenden Tagen ab. Als Tabellen-Dritter haben die Rothosen den angepeilten Aufstieg in die erste Liga immer noch im Visier. Ein vorzeitiger Saisonabbruch könnte den Norddeutschen allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.

Denn selbst bei einer möglichen Aufstockung der ersten Liga auf 20 Vereine in der kommenden Saison dürfte der HSV als Dritter wohl leer ausgehen. Dass eine Relegation nach dem derzeitigen Tabellenstand stattfinden würde, ist mehr als unwahrscheinlich.

Die Vereinsverantwortlichen dürften also aus mehreren Gründen auf eine Fortsetzung der laufenden Saison pochen und hoffen. Die bangen Blicke richten sich daher am Montag noch mehr Richtung Frankfurt, wo die DFL und der DFB eine Entscheidung treffen werden.

Update, 15.10 Uhr: DFL entscheidet über Pause

Wie zu erwarten war, hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in Absprache mit den Vereinen die Spielpause bis zum 2. April verlängert. 

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