HSV: Kollektives Aufatmen nach "dreckigem Sieg" über Jahn Regensburg

Hamburg - Puh, das war ein hartes Stück Arbeit! Der Hamburger SV hat sich gegen den SSV Jahn Regensburg zu einem 2:1-Sieg gequält, es aber geschafft, den Bock nach zwei Niederlagen in Folge wieder umzustoßen.

Die Mannschaft bejubelte den Führungstreffer von Timo Letschert (Mitte).
Die Mannschaft bejubelte den Führungstreffer von Timo Letschert (Mitte).  © Daniel Bockwoldt/dpa

Entsprechend gelöst war die Stimmung nach der Partie, auch wenn die bangen Blicke Richtung Mitspieler Jordan Beyer gingen, der sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen hatte.

Denn Trainer und Spielern war klar, dass nur ein Sieg helfen wird, egal wie.

"Ich habe vorher gesagt, wir brauchen einen dreckigen Sieg", erklärte HSV-Trainer Dieter Hecking. Und so kam es schließlich auch.

Fußballerisch bot die Partie von beiden Seiten Magerkost. Bei den Rothosen war nach den Niederlagen gegen den FC St. Pauli im Derby und bei Erzgebirge Aue eine gewisse Verunsicherung zu spüren.

"Wir haben zweimal nicht gewonnen. Das fühlt sich nicht gut an", sagte Rick van Drongelen, der den verletzten Ewerton in der Startelf ersetzte. "Dann kommt Druck auf."

Und mit diesem konnte der HSV zu Beginn der Partie nicht umgehen. "Wir wollen es eigentlich immer fußballerisch lösen, heute waren wir aber ab und zu etwas unsicher am Ball", gab Torschütze Timo Letschert zu.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass Trainer Hecking sein Team zu Beginn im 4-4-2 aufs Feld schickte, wie er bereits vor der Partie angedeutet hatte. "In der ersten Halbzeit haben wir es uns sehr schwer gemacht, da wir im Spielaufbau zu sehr in die Breite gespielt haben", sagte der 55-Jährige.

Systemwechsel in der Halbzeit führt zum Aufschwung

Rick van Drongelen gewinnt das Kopfball-Duell gegen Marco Grüttner.
Rick van Drongelen gewinnt das Kopfball-Duell gegen Marco Grüttner.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Dennoch sei das neue System eine Variante für die Zukunft, wie auch Mittelfeldspieler Adrian Fein erkannte. "Ich denke, dass dieses 4-4-2 auch zukünftig eine gute Option für uns sein kann, auch wenn natürlich noch nicht alles reibungslos geklappt hat", sagte der Maskenmann.

Weil es eben spielerisch noch nicht rund lief, musste eine Standardsituation die Führung bringen. Letschert köpfte einen Abpraller in die Maschen. Doch "auch mit der Führung kam die erhoffte Sicherheit nicht gänzlich zurück", wie Trainer Hecking anerkennen musste.

Noch vor der Pause fiel der Ausgleich. "Da war dann logischerweise noch mehr Druck auf dem Kessel als sonst", sagte der Coach. Doch im Gegensatz zum Derby fand er gegen Regensburg die richtigen Worte in der Kabine.

Die Mannschaft agierte in den zweiten 45 Minuten wieder im gewohnten 4-3-3 und deutlich offensiver. "In der zweiten Halbzeit haben wir ja auch wieder darauf zurückgegriffen", erklärte Fein.

So dauerte es dann auch nur fünf Zeigerumdrehungen, bis ausgerechnet Kapitän Aaron Hunt das 2:1 erzielte. In der Folge verpasste es der HSV den Lucky Punsch zu setzen und musste bis zum Schluss zittern. "Wir haben drei Punkte eingefahren, was in unserer Phase das Wichtigste ist", gab Fein zu.

Die Spieler wussten aber auch, dass sie in den kommenden Partien, wo es fast ausschließlich gegen Top-Mannschaften geht, viele Dinge besser machen müssen. "Dass wir uns aber steigern müssen, wenn wir das große Ziel erreichen wollen, ist auch klar", sagte Trainer Hecking.

Der Sieg gegen Jahn Regensburg hat der Mannschaft zumindest Selbstvertrauen zurückgebracht und das braucht der HSV auch für die anstehenden Aufgaben.

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