HVV plant die Ticket-Revolution: Einsteigen, fahren, später zahlen

Hamburg - Bus- und Bahnfahren ohne vorherigen Ticketkauf, und ohne vorher noch den richtigen Tarif suchen zu müssen – das verspricht ein neues Angebot, das der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) im Frühjahr 2022 an den Start bringen will.

Wer in Hamburg ein Nahverkehrsticket braucht, kann künftig eine App alles machen lassen. (Archivbild)
Wer in Hamburg ein Nahverkehrsticket braucht, kann künftig eine App alles machen lassen. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Unter dem Namen "HVV any" wird das Angebot dann in der App "HVV switch" verfügbar sein, wie der HVV am Donnerstag während des Mobilitätskongresses ITS ankündigte.

Das Angebot soll vor allem für Gelegenheitsfahrer den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr erleichtern. Entwickelt und umgesetzt wird das Projekt von der städtischen Hamburger Hochbahn AG, die in der Hansestadt die U-Bahn und einen Großteil des Busnetzes betreibt.

Das Prinzip ist einfach: Bei Einstieg checken Kundinnen und Kunden per App ein. Umstiege und das Auschecken erfolgen automatisch. Am Ende des Tages wird aus der Kombination aller Fahrten die jeweils günstigste Fahrkarte errechnet. Ticketarten und Tarifzonen im Kopf zu haben, ist damit nicht mehr nötig.

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Verkehrssenator Anjes Tjarks (40, Grüne) sprach von einem "absoluten Meilenstein" für den öffentlichen Nahverkehr in Hamburg. "Einfacher, besser und im wahrsten Sinne des Wortes günstiger geht es nicht."

Screenshots der App hvv any

So sieht die hvv any App nach derzeitigem Stand aus.
So sieht die hvv any App nach derzeitigem Stand aus.  © Montage: Hamburger Hochbahn
Die App erfasst genau, welche Strecke der Benutzer gefahren ist.
Die App erfasst genau, welche Strecke der Benutzer gefahren ist.  © Montage: Hamburger Hochbahn

Hier soll das neue System verfügbar sein

Zum Start soll "HVV any" für alle Fahrten im gesamten HVV-Netz in Hamburg und Teilen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens verfügbar sein. Dazu gehören neben allen Bussen und U- und S-Bahnen, den Zügen von DB Regio, Metronom, Nordbahn und AKN auch die Fähren der Hadag.

Eine wichtige Rolle spielen sogenannte Beacons, Sender, die im System als ortsgenaue Markierungspunkte dienen und vom Smartphone erkannt werden. "So wird eine sichere, tarifgenaue und somit faire Abrechnung aller Fahrten im System ermöglicht."

Titelfoto: Montage: Daniel Bockwoldt/dpa, Hamburger Hochbahn

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