IZH "muss geschlossen werden": Proteste gegen Menschenrechts-Verletzungen im Iran in Hamburg!

Hamburg - Hunderte Menschen haben in Hamburg am Montag gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran und gegen das Islamische Zentrum (IZH) demonstriert.

Eine Frau schneidet sich als Zeichen des Protests gegen das iranische Mullah-Regime einige Haare ab.
Eine Frau schneidet sich als Zeichen des Protests gegen das iranische Mullah-Regime einige Haare ab.  © Markus Scholz/dpa

Der Protest sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. An einer Kundgebung hätten sich etwa 450 Menschen beteiligt.

Zu der Aktion in Sichtweite der Blauen Moschee an der Alster hatten die Kulturbrücke Hamburg und der Verein Säkularer Islam Hamburg aufgerufen. Erst am 26. September hatte sich ein als Paketbote getarnter Mann Zutritt zu dem Gebäude verschafft und das Foyer mit roter Farbe verunreinigt.

Mehrere Frauen schnitten sich bei der Kundgebung am Montag aus Protest die Haare ab, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Auch ein Mann mit längeren Haaren habe sich symbolisch Haare abschneiden lassen.

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Auf Schildern forderten Demonstranten, das IZH sofort zu schließen. Das Islamische Zentrum, das die Blaue Moschee an der Alster betreibt, wird vom Landesamt für Verfassungsschutz als Außenposten des Irans in Europa betrachtet.

Das IZH beteiligte sich nach eigenen Angaben am Montag am Tag der offenen Moschee.

Eine iranische Queer-Aktivistin spricht vor einem Transparent mit der Aufschrift "Das Islamische Zentrum Hamburg muss geschlossen werden".
Eine iranische Queer-Aktivistin spricht vor einem Transparent mit der Aufschrift "Das Islamische Zentrum Hamburg muss geschlossen werden".  © Markus Scholz/dpa

Tag der offenen Moschee

Blick auf die Imam-Ali-Mosche an Hamburgs Aussenalster. Auch sie öffnet am 3. Oktober, dem "Tag der offenen Moschee", ihre Räume für Besucher.
Blick auf die Imam-Ali-Mosche an Hamburgs Aussenalster. Auch sie öffnet am 3. Oktober, dem "Tag der offenen Moschee", ihre Räume für Besucher.  © Markus Scholz/dpa

Das bundesweite Motto des Tages der offenen Moschee lautete "Knappe Ressourcen – große Verantwortung". Der Koordinierungsrat der Muslime erklärte dazu: "Die Bewahrung der Schöpfung und ein verantwortungsvoller Umgang mit ihr gehören zu den wichtigsten religiösen, gemeinschaftlichen, aber auch individuellen Aufgaben der Muslime."

Nach Angaben der Schura, dem Rat der Islamischen Gemeinschaften, wollten 16 Moscheen in der Hansestadt ihre Pforten öffnen. Zudem sollte die Al-Nour-Moschee in Hamburg-Horn, die früher eine Kirche war, offen stehen. Auch die Ahmadiyya-Gemeinschaft wollte Besucher in ihrer Fazle-Omar-Moschee im Stadtteil Lokstedt willkommen heißen. An den Tag der offenen Moschee schließt sich nach Angaben der Schura bis Samstag eine Islamwoche mit Veranstaltungen an.

Bereits am Samstag hatten in Hamburg mehrere Tausend Menschen demonstriert. Teilnehmer riefen "Weg, weg, weg – Mullahs müssen weg" und "Frauen, Leben, Freiheit". Die Veranstaltungen am Samstag seien friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Allein an einem Aufzug, der auch über die Mönckebergstraße führte, nahmen demnach rund 4000 Menschen teil.

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Eine weitere Protestaktion gab auf dem Rathausmarkt. Teilnehmer legten Plakate und eine Perücke mit roter Farbe auf den Boden.

Der Tod der 22 Jahre alten Mahsa Amini

Bei einem Protest des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) vor der iranischen Botschaft in Berlin stehen Bilder der verstorbenen Mahsa Amini (†22) auf einem Tisch.
Bei einem Protest des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) vor der iranischen Botschaft in Berlin stehen Bilder der verstorbenen Mahsa Amini (†22) auf einem Tisch.  © Paul Zinken/dpa

Hintergrund der Spannungen sind Proteste Oppositioneller im Iran wegen des Todes der 22 Jahre alten Mahsa Amini.

Sie war von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes gegen die strenge islamische Kleiderordnung festgenommen worden und am 16. September unter ungeklärten Umständen gestorben.

Die Demonstranten sprechen von Polizeigewalt, die Behörden weisen dies entschieden zurück.

Am Wochenende gab es in mehreren deutschen Städten Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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