Umwelt-Aktivisten blockieren Köhlbrandbrücke

Hamburg - Umweltschützer haben am Samstag mehrere Demonstrationen in Hamburg organisiert. Schließlich blockierten sie sogar die Köhlbrandbrücke. Eine Kundgebung vor der Elbphilharmonie wurde hingegen abgesagt.

Klimaaktivisten starten bei einer Demonstration am Sonnabend, 13. August, mit Fahnen und Transparenten am Volkspark.
Klimaaktivisten starten bei einer Demonstration am Sonnabend, 13. August, mit Fahnen und Transparenten am Volkspark.  © Bodo Marks/dpa

"Die Leiterin des Aufzuges hat die Demonstration nach einer Zwischenkundgebung am Bahnhof Altona eigenständig für beendet erklärt", sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei auf Nachfrage von TAG24. Die Klimademo mit rund 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei komplett friedlich verlaufen.

Ein Grund für die vorzeitige Beendigung der Veranstaltung konnte der Polizeisprecher zunächst nicht nennen.

Wie die Polizei weiter mitteilte, reisten einige Hundert Demonstranten daraufhin mit der S-Bahn zu weiteren Camps und Demonstrationen im Süden von Hamburg, darunter nach Altenwerder, zum Kattwykdamm und zum Alten Zoll.

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Aufgrund der Veranstaltungen kam es zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen in der Hamburger Innenstadt.

Störaktionen im Hamburger Hafen geplant

Rund 150 Demonstranten sind Samstagmittag in Heimfeld angekommen.
Rund 150 Demonstranten sind Samstagmittag in Heimfeld angekommen.  © Andre-Lenthe-Fotografie

Die Aktivistinnen und Aktivisten demonstrierten mit ihrem Protestzug für mehr Klimagerechtigkeit. "Die großen Öl- und Gaskonzerne sind Krisenprofiteure. Während steigende Preise und die fossile Inflation für viele Menschen zum Armutsrisiko werden, verzeichnet die Öl- und Gasindustrie Milliardengewinne", sagte die Sprecherin der Organisation "Ende Gelände". Auch andere Gruppen nahmen an dem Demonstrationszug teil.

Das linke Bündnis "...ums Ganze!" kündigte zudem weitere Blockadeaktionen an. Man habe unter anderem dazu aufgerufen, Lieferketten im Hamburger Hafen gezielt zu unterbrechen, teilte die Gruppe mit. Man wolle den "Protest in den Hamburger Hafen tragen, denn der ist nicht nur ein Symbolort, sondern auch ein neuralgischer Punkt des Kapitalismus", sagte die Sprecherin des Bündnisses.

Gegen Mittag erreichten rund 150 Demonstranten Heimfeld. Ihr Ziel soll die Verladung der Shell Raffinerie sein.

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Die Demo ist eine von insgesamt fünf angemeldeten Aufzügen am Samstag in der Hansestadt.

Aktivisten blockieren Köhlbrandbrücke

Klimaaktivisten sitzen bei einer Demonstration auf der Köhlbrandbrücke und halten ein Banner "Stoppt die Ausbeutung des globalen Südens!".
Klimaaktivisten sitzen bei einer Demonstration auf der Köhlbrandbrücke und halten ein Banner "Stoppt die Ausbeutung des globalen Südens!".  © Daniel Bockwoldt/dpa

Im Verlauf des Tages haben Klimaaktivisten an verschiedenen Stellen in der Stadt weitere Blockaden initiiert, um für mehr Klimagerechtigkeit zu protestieren. Laut dem linken Bündnis "...ums Ganze!" besetzten etwa 400 Menschen die Schienen zum Containerterminal des Hamburger Hafens.

"Sie zeigen damit, dass wir der Klimakrise nicht hilflos gegenüberstehen, sondern kollektiven Widerstand organisieren können", teilte die Gruppe mit. Zuvor hatten sie den Hafen als "neuralgischer Punkt des Kapitalismus" bezeichnet.

An den Aktionen im Stadtgebiet beteiligen sich jedoch auch andere Gruppen wie "Ende Gelände" und "Extinction Rebellion". Letztere blockierten eigenen Angaben nach die Köhlbrandbrücke.

Klima-Aktivisten die aus Protest Gleise im Hamburger Hafen besetzt haben, werden einzeln von Polizeibeamten von den Gleisen getragen.
Klima-Aktivisten die aus Protest Gleise im Hamburger Hafen besetzt haben, werden einzeln von Polizeibeamten von den Gleisen getragen.  © Markus Scholz/dpa

Etwa eine Stunde zuvor hatten mehrere hundert Demonstranten Bahngleise der Hamburger Hafenbehörde im Stadtteil Hausbruch blockiert. Nach Angaben der Polizei liefen die Teilnehmer während eines Demonstrationszuges unvermittelt eine Böschung hinauf und setzten sich ins Gleisbett.

Die Aktion dauerte am Mittag an. Wie die Organisation "Ende Gelände" mitteilte, wolle man so "die einzige Schienenverbindung von und zu den Containerterminals des Hamburger Hafens" lahm legen.

Auch in weiteren Stadtteilen im Süden Hamburgs, etwa Heimfeld und Wilhelmsburg, waren am Samstagmittag neue Aufzüge mit jeweils mehreren hundert Teilnehmern gestartet. Bei dem ersten großen Demonstrationszug am Morgen waren rund 2000 Menschen vom Altonaer Volkspark losgelaufen.

Originalmeldung vom 13. August 11.47 Uhr, aktualisiert um 18.16 Uhr.

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

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