150 Darsteller, Pferde und Kanonen: Göhrdeschlacht wird nachgestellt

Dahlenburg - Hunderte Soldaten samt Pferden und Kanonen treffen in der Göhrde östlich von Lüneburg aufeinander.

Als Soldaten verkleidete Darsteller feuern bei Lüben ihre Waffen ab. Die Schlacht an der Göhrde gegen die Truppen Napoleons fand am 16. September 1813 statt.
Als Soldaten verkleidete Darsteller feuern bei Lüben ihre Waffen ab. Die Schlacht an der Göhrde gegen die Truppen Napoleons fand am 16. September 1813 statt.  © picture alliance/Philipp Schulze/dpa

Etwa 150 Darsteller aus mehreren europäischen Ländern werden am Samstag und Sonntag (18./19. September) am Originalschauplatz die Göhrdeschlacht von 1813 bei Lüben nachstellen, das berühmte Gefecht aus den napoleonischen Befreiungskriegen.

Gezeigt wird der Kampf einer Allianz von Preußen, Engländern und Russen gegen die Franzosen.

"Im Herbst 2020 haben wir beschlossen, mit der Planung für die Nachstellung 2021 zu beginnen", berichtete Organisator Markus Dauber von der Samtgemeinde Dahlenburg.

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Immer wieder kamen angesichts der Corona-Infektionswellen Zweifel auf. "Wir haben dieses Mal weniger Anmeldungen", sagte er. Beim sogenannten Reenactment von Schlachten geht es um eine möglichst detailgenaue Darstellung des Geschehens, die Ausrüstung eines einzelnen Teilnehmers kann mehrere Tausend Euro kosten.

Besucher müssen sich registrieren und Abstände einhalten oder Maske tragen. Für Ungeimpfte stellt das DRK Testmöglichkeiten bereit.

Die Impfung soll aus aktuellem Anlass auch der thematische Schwerpunkt sein. "Schon vor der französischen Besatzungszeit von 1803 bis 1813 hat der hannoversche Arzt Dr. Stromeyer im Jahr 1799 im Kurfürstentum Hannover die erste große Impfaktion der Neuzeit gestartet: die Pockenschutzimpfung", erklärte Rainer Kasties, Archivar aus Hannover, der sich für seine Lazarettdarstellung in das Thema einarbeitet.

Auch damals habe es eine emotional geführte Debatte um die neuartige Impfung mit Kuhpocken gegeben.

Die Göhrdeschlacht

Rund 12.000 alliierte Soldaten fochten am 16. September 1813 in der Göhrde gegen etwa 3000 bis 4000 Franzosen. Mehr als tausend Gefallene waren nach der Schlacht zu beklagen, darunter auch eine Frau - Eleonore Prochaska.

Die 28-Jährige hatte sich als Mann verkleidet einem Freikorps angeschlossen. Musiker und Dichter haben sie danach als "preußische Jeanne d'Arc" gefeiert.

Die Franzosen verloren an den Steinker Höhen eine wichtige Nachschubverbindung, in der Völkerschlacht bei Leipzig erlitten sie nur einen Monat später die entscheidende Niederlage.

Das Gefecht in der Göhrde wird alle zwei Jahre nachgestellt.

Titelfoto: picture alliance/Philipp Schulze/dpa

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